Im September ist die Zahl der Menschen ohne festen Arbeitsplatz im Bezirk der Agentur für Arbeit Offenbach im Vergleich zum Vormonat leicht gesunken. Insgesamt waren in der Region zuletzt 20.452 Personen arbeitslos gemeldet, was einen Rückgang um 146 Betroffene gegenüber dem August bedeutet. Im Vorjahresvergleich zeigt die Statistik jedoch eine Verschlechterung, da die aktuelle Gesamtzahl um 1.713 Erwerbslose über dem Wert aus dem September 2025 liegt. Die Arbeitslosenquote für den gesamten Bezirk verharrte bei 7,2 Prozent, nachdem sie im Vorjahresmonat noch 6,6 Prozent betragen hatte. Bei der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung registrierten die Behörden einen moderaten Zuwachs. Dieser geht auf Stellenschaffungen im Dienstleistungssektor zurück, während das produzierende Gewerbe gleichzeitig Arbeitsplätze verlor.
Unterschiedliche Entwicklungen in Stadt und Landkreis Offenbach
In der Stadt Offenbach zählten die Statistiker im abgelaufenen Monat 7.755 Arbeitslose. Das entspricht einem Rückgang um 50 Personen oder 0,6 Prozent im Vergleich zum August. Die städtische Arbeitslosenquote sank dadurch minimal von 9,6 auf 9,5 Prozent. Im Landkreis Offenbach waren im gleichen Zeitraum 12.697 Menschen ohne Arbeit. Zwar ging diese Zahl gegenüber dem Vormonat um 96 Personen zurück, im Vergleich zum September 2025 stieg sie jedoch deutlich um 1.591 an. Die Arbeitslosenquote im Kreisgebiet blieb im Monatsvergleich stabil bei 6,3 Prozent, während sie im Vorjahr noch bei 5,5 Prozent gelegen hatte. Der kreisweite Verlust an sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen wurde in der regionalen Gesamtstatistik durch einen entsprechenden Aufbau von Stellen im städtischen Gebiet kompensiert.
Berufsanfänger entlasten die aktuelle Statistik der Arbeitsagentur
Der abnehmende Trend gegenüber dem Sommermonat August ist laut Behördenangaben vor allem auf die jüngere Generation zurückzuführen. Andreas Nasev, der operative Geschäftsführer der Offenbacher Arbeitsagentur, erklärte die Hintergründe der Entwicklung: „Im Offenbacher Agenturbezirk mussten sich im abgelaufenen Monat weniger Menschen als im August arbeitslos melden. Wie im Vormonat kam der Rückgang in erster Linie bei den kurzzeitig arbeitslos Gemeldeten in der Arbeitslosenversicherung zustande. Am stärksten konnten Jugendliche und junge Erwachsene durch den Schul- und Ausbildungsstart oder Anschlussbeschäftigungen nach dem Ausbildungsende profitieren“.
Der Agenturvertreter richtete sich zudem direkt an unversorgte Schulabgänger und rief regionale Unternehmen dazu auf, weiterhin offene Stellen zu melden: „Für unentschiedene Jugendliche ist es noch nicht zu spät, in Ausbildung zu gehen. Sie sollten sich dafür umgehend bei unserer Berufsberatung melden, die sie berät und vermittelt. Betriebe möchte ich darin bestärken, alle unbesetzten Ausbildungsplätze und offenen Stellen bei unserem Arbeitgeber-Service zu melden. Wir haben noch Ausbildungsbewerber/innen für das laufende Jahr in unserem Pool, nehmen aber auch schon Meldungen für 2027 entgegen.“
Anteil der Langzeitarbeitslosen steigt im Bezirk weiter an
Entgegen der leichten Entspannung bei den kurzzeitigen Erwerbslosen hat sich die Situation für Menschen, die seit einem Jahr oder länger auf Arbeitssuche sind, weiter verschärft. Die Behörde registrierte im September 7.101 Langzeitarbeitslose im Agenturbezirk. Das sind 102 Personen mehr als im August und 265 mehr als im Vorjahresmonat. Von dieser Personengruppe befand sich der Großteil von 6.479 Menschen im System der Grundsicherung nach dem Zweiten Sozialgesetzbuch. Lediglich 622 Langzeitarbeitslose fielen in die Zuständigkeit der regulären Arbeitslosenversicherung. Insgesamt machten Personen mit einer durchgehenden Erwerbslosigkeit von mehr als zwölf Monaten zuletzt 34,7 Prozent aller Arbeitslosen in der Region aus.
















