Der Arbeitsmarkt im Raum Offenbach hat sich im Mai nur geringfügig entspannt. Zwar ging die Zahl der Arbeitslosen im gesamten Bezirk der Agentur für Arbeit leicht zurück. Von einer echten Erholung kann nach Einschätzung der Behörde aber keine Rede sein. Während die Stadt Offenbach einen Rückgang verzeichnete, stieg die Arbeitslosigkeit im Kreis Offenbach weiter an.
Im Mai waren im Bezirk der Offenbacher Arbeitsagentur 18.972 Menschen arbeitslos gemeldet. Das waren 147 weniger als im April, aber 552 mehr als im Mai des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote sank geringfügig von 6,8 auf 6,7 Prozent. Im Mai 2025 hatte sie noch bei 6,5 Prozent gelegen.
Stadt Offenbach mit leichtem Rückgang
In der Stadt Offenbach wurden 7.529 Arbeitslose gezählt. Das waren 219 Personen weniger als im April. Auch im Vergleich zum Vorjahresmonat lag die Zahl niedriger, und zwar um 137. Die Arbeitslosenquote sank in der Stadt von 9,5 auf 9,2 Prozent. Im Mai 2025 hatte sie 9,4 Prozent betragen.
Damit entwickelte sich die Stadt Offenbach im Mai günstiger als der Kreis. Dennoch bleibt das Niveau der Arbeitslosigkeit in der Stadt deutlich höher als im Umland.
Kreis Offenbach mit Anstieg
Im Kreis Offenbach waren im Mai 11.443 Menschen arbeitslos gemeldet. Das waren 72 mehr als im April und 689 mehr als im Mai des vergangenen Jahres. Die Arbeitslosenquote blieb bei 5,6 Prozent und damit unverändert gegenüber dem Vormonat. Im Mai 2025 hatte sie noch bei 5,3 Prozent gelegen.
Die unterschiedliche Entwicklung in Stadt und Kreis prägt damit auch den Gesamtbezirk. Der Rückgang in Offenbach-Stadt wurde durch die Zunahme im Kreis teilweise wieder aufgehoben.
Agentur sieht weiterhin angespannte Lage
Andreas Nasev, Geschäftsführer operativ der Offenbacher Agentur für Arbeit, bewertet die aktuellen Zahlen zurückhaltend. „Trotz des Rückgangs der Arbeitslosenzahlen kann von einer Erholung am Offenbacher Arbeitsmarkt keine Rede sein. Von der schwach sinkenden Arbeitslosigkeit im Mai konnten zwar alle Personengruppen profitieren. In der Gesamtschau stand dem Rückgang in der Stadt jedoch ein Anstieg im Kreis Offenbach gegenüber“, sagte er.
Nasev verweist auf die wirtschaftliche Unsicherheit in vielen Unternehmen. Diese drücke auf die Dynamik bei Personalentscheidungen und wirke sich auch auf die Bereitschaft aus, Ausbildungsplätze anzubieten. „Die gedämpfte Stimmung aufgrund der wirtschaftlichen Lage drückt auf die Dynamik bei Personalentscheidungen in den Unternehmen. Dies zahlt auch auf die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe ein. Dabei sind die Auszubildenden von heute die Fachkräfte, die wir morgen dringend brauchen werden. Ich möchte Arbeitgeber ermuntern, sowohl offene Stellen als auch zu besetzende Ausbildungsplätze unserem Arbeitgeber-Service melden, der bei der Besetzung unterstützt und auch individuell fördern kann“, so Nasev.
Wenig Bewegung trotz sinkender Zahlen
Unter dem Strich zeigt der Mai damit zwar etwas Entlastung, aber keine Trendwende. Die Arbeitslosigkeit geht im Bezirk nur leicht zurück, bleibt aber über dem Vorjahresniveau. Besonders im Kreis Offenbach setzt sich die angespannte Entwicklung fort.













