Die groß angelegten Pläne für den Lebensmittelmarkt an der Ecke Buchhügelallee und Erlenbruchstraße in Offenbach sind gescheitert. Wie aus einer aktuellen Vorlage des Magistrats hervorgeht, wird der bestehende Supermarkt nicht abgerissen und durch einen vergrößerten Neubau mit aufgesetzten Wohnungen ersetzt. Die Stadtverordnetenversammlung hebt am heutigen Tag den entsprechenden Bebauungsplan voraussichtlich offiziell auf, da der zuständige Vorhabenträger das ambitionierte Projekt nicht weiterverfolgt.
Vorhabenträger entscheidet sich gegen Abriss und Erweiterung
Ursprünglich hatte die Projektgesellschaft KIZ aus Bad Soden-Salmünster das Ziel verfolgt, den Einzelhandelsstandort im Stadtgebiet umfassend umzugestalten. Nachdem das Unternehmen die Pläne über mehrere Jahre vorangetrieben hatte, teilte es der Stadt Offenbach im September des vergangenen Jahres jedoch abschließend mit, von den Erweiterungs- und Aufstockungsabsichten Abstand zu nehmen. Statt eines kompletten Neubaus plant der Investor nun lediglich eine energetische Sanierung des bestehenden Gebäudes. Da die geplante städtebauliche Neuordnung mit zusätzlichen Stockwerken somit hinfällig ist, entfällt für die Kommunalpolitik die rechtliche Grundlage, das begonnene Bauleitplanverfahren weiterzuführen.
Großprojekt sah neue Wohnungen und eine Tiefgarage vor
Das nun gestoppte Vorhaben sah noch im Jahr 2022 eine deutliche Vergrößerung des Marktes vor. Die reine Verkaufsfläche sollte von rund 1.100 auf etwa 1.800 Quadratmeter wachsen, um den Kunden ein großzügigeres Umfeld zu bieten. Um die wegfallenden oberirdischen Parkplätze zu kompensieren, war der Bau einer Tiefgarage vorgesehen. Darüber hinaus sollte der neue Komplex einen Beitrag zur Schaffung von Wohnraum in Offenbach leisten. Die Architektur sah vor, auf dem Dach des Marktes zwei zusätzliche Geschosse mit insgesamt zwölf barrierefreien Wohneinheiten zu errichten. Zwischen den Wohnblöcken sollte zudem eine private Grünfläche mit einem integrierten Spielplatz sowie eigenen Terrassen für die Bewohner entstehen.
Vorherige Planungen hatten bereits zahlreiche Gutachten erfordert
Die Entwicklung des Standortes beschäftigt die Offenbacher Stadtpolitik schon seit Längerem. Bereits im Februar 2018 hatten die Stadtverordneten einen ersten Aufstellungsbeschluss gefasst, der damals nur einen eingeschossigen Ersatzbau für den Supermarkt vorsah. Nachdem das Projekt zunächst ruhte, erweiterte der Investor seine Pläne um die zusätzliche Wohnnutzung. Dies führte im Sommer 2022 zu einem neuen Beschluss im beschleunigten Verfahren. Die Stadtverwaltung begrüßte das Konzept damals ausdrücklich als städtebauliche Aufwertung und flächensparenden Wohnraum. Im Zuge der Vorbereitungen für diesen Bau ließen die Verantwortlichen bereits detaillierte Untersuchungen erstellen, darunter Gutachten zum Schallschutz, zum Artenschutz sowie zu den Auswirkungen auf den lokalen Einzelhandel. Durch den Rückzug des Investors und die Reduzierung auf eine reine Gebäudesanierung bleiben diese Vorarbeiten nun ohne bauliche Umsetzung.
















