Die zwei Tegut-Standorte in Offenbach können von Edeka übernommen werden. Das Bundeskartellamt hat dem Handelskonzern den Erwerb des Marktes an der Berliner Straße 178 sowie der Filiale in Bieber zugestimmt. Bundesweit darf Edeka nach Abschluss der kartellrechtlichen Prüfung 178 Tegut-Supermärkte übernehmen.
Für Offenbach bedeutet die Entscheidung allerdings noch nicht, dass an beiden Standorten künftig Edeka-Schilder hängen werden. Die freigegebenen Märkte sollen in den Edeka-Verbund integriert werden, ein Teil davon soll jedoch von der Edeka-Tochter Netto Marken-Discount betrieben werden. Wie die beiden Offenbacher Standorte künftig geführt werden, ist bislang nicht bekannt.
Kartellamt reduziert ursprünglich geplante Übernahme
Edeka hatte zunächst den Erwerb von 202 Tegut-Supermärkten angemeldet. Hinzu kamen 41 automatisierte Teo-Märkte, die Herzberger Bäckerei sowie ein Logistikzentrum. Nach einer mehrmonatigen Prüfung hat das Bundeskartellamt die Übernahme von 178 der 202 Supermärkte freigegeben.
Bei 24 weiteren Standorten musste Edeka dagegen Zugeständnisse machen. Der Konzern darf diese Märkte für vier Jahre nicht erwerben. Hintergrund sind Bedenken der Wettbewerbshüter, dass sich die Konkurrenzsituation in einzelnen Regionen durch die ursprünglich geplante Übernahme zu stark verschlechtern könnte. Nach Angaben des Bundeskartellamts wären ohne diese Einschränkung 34 regionale Märkte betroffen gewesen.
Die beiden für Offenbach genannten Standorte gehören nicht zu diesen 24 Märkten. Ihre Übernahme ist damit kartellrechtlich freigegeben.
Verkauf folgt auf Sanierung von Tegut
Hinter der Neuordnung steht die Schweizer Genossenschaft Migros Zürich. Sie hatte im März 2026 angekündigt, sich aus dem deutschen Markt zurückzuziehen und einen wesentlichen Teil der Tegut-Gruppe an Edeka zu verkaufen. Migros begründete diesen Schritt mit der wirtschaftlichen Entwicklung des Unternehmens. Trotz deutlicher Kostensenkungen seien die Umsätze in einem schwieriger gewordenen Marktumfeld zurückgegangen.
Der Verkauf an Edeka war seitdem von der kartellrechtlichen Prüfung abhängig. Mit der Entscheidung vom 28. September ist diese Hürde für 178 Märkte genommen. Für Offenbach steht damit fest, dass Edeka die Standorte an der Berliner Straße und in Bieber übernehmen darf.
Offen bleibt dagegen, wie die Geschäfte nach dem Eigentümerwechsel konkret auftreten werden. Da ein Teil der übernommenen Filialen künftig von Netto Marken-Discount betrieben werden soll, lässt sich derzeit weder für die Berliner Straße noch für Bieber sicher sagen, welcher Name künftig über dem Eingang stehen wird.















