Entlang der Offenbacher Straßen verwandeln engagierte Bürgerinnen und Bürger verödete Baumscheiben und Randflächen in blühende Beete. Inzwischen setzen sich rund 200 Menschen im Stadtgebiet als ehrenamtliche Grünpaten ein, um die Bepflanzung direkt vor ihrer Haustür zu pflegen. Koordiniert und fachlich betreut wird das Engagement vom Stadtservice der Stadtwerke Offenbach, dessen Abteilung für Qualitätssicherung bei der Erstanlage der Flächen hilft, die Anschaffung der ersten Pflanzen übernimmt und beratend zur Seite steht.
Beitrag zu Klimaschutz und Aufenthaltsqualität
Nach Angaben der städtischen Verwaltung werten die ehrenamtlich gepflegten Beete das Straßenbild auf und leisten einen Beitrag zum örtlichen Mikroklima. Angesichts heißerer Sommer und der Aufheizung stark versiegelter Innenstädte werde die Bedeutung von Pflanzen und Bäumen, die Schatten spenden und bei Starkregen das Wasser im Boden versickern lassen, immer größer. Der für den Bereich zuständige Stadtkämmerer Martin Wilhelm sieht in dem Einsatz der Bürgerinnen und Bürger deshalb einen Gewinn für die Allgemeinheit. „Die Straßen werden dank dieses Engagements viel attraktiver“, sagt Stadtkämmerer und zuständiger Dezernent Martin Wilhelm. „Und wir spüren alle, dass die Sommer immer heißer werden, gerade die Innenstädte heizen sich dann auf. Deshalb ist es wichtig, dass wir viele Grünflächen haben, auf denen Büsche und Bäume wachsen, die Schatten spenden, in denen aber auch bei Starkregen das Wasser versickern kann. Deshalb leisten hier die Grünpatinnen und -paten einen wertvollen Beitrag für das Gemeinwohl.“
Jahrelanger Einsatz für begrünte Straßenzüge
Die Motivation der Beteiligten reicht vom Ausgleich für einen fehlenden eigenen Garten in der Innenstadt bis hin zum Wunsch, das private Gärtnern auf den öffentlichen Raum auszuweiten. Ein Beispiel für langjähriges Engagement ist der Einsatz von Dagmar Frank und Brigitte Stieneke in der Weikertsblochstraße. Die beiden Frauen pflegen die städtischen Flächen entlang des Gehwegs bis zur nächsten Querstraße. „Wir haben vor 27 Jahren damit angefangen“, erzählt Brigitte Stieneke, „damals haben wir uns mit dem Grünflächenamt der Stadt abgesprochen. Seit 2008 sind wir jetzt offiziell Grünpatinnen bei den Stadtwerke Offenbach.“ Für das Wässern und Bewirtschaften der Beete nutzen sie heute oft Setzlinge aus dem eigenen Garten, während sie in den selbst gepflanzten Büschen zusätzlich Nistkästen für Vögel montiert haben.
Auswahl an genügsamen und insektenfreundlichen Pflanzen
Seit zwei Jahren betreut auch Brigitte Koenen eine inzwischen 20 Meter lange Grünfläche in der Löwenstraße. Als Vorbild diente ihr die Gestaltung des Mittelstreifens auf der Mühlheimer Straße, auf dem der Stadtservice vor fünf Jahren Stauden als Blickfang und Insektennahrung gepflanzt hatte. Um den Arbeitsaufwand beim Gießen zu reduzieren, stimmt sie die Auswahl der Gewächse mit Tobias Milbrat von der Qualitätssicherung des Stadtservices ab. Der gelernte Gärtner berät die Paten als erster Ansprechpartner dahingehend, möglichst winterharte, insektenfreundliche und gleichzeitig wasserarme Arten zu pflanzen. Koenen investiert je nach Wetterlage wöchentlich etwa zwei Stunden in die Pflege. „Beim Wässern helfen mir oft die Nachbarn, damit ich nicht die schweren Kannen schleppen muss, in der Erde wühle ich aber allein“, sagt Koenen. Durch die Tätigkeit auf dem Gehweg komme sie zudem regelmäßig mit der Nachbarschaft und Passanten ins Gespräch.
Unterstützung der Stadtwerke für neue Interessenten
Die Übernahme einer Patenschaft ist an bestimmte Pflichten gebunden, erfordert laut den Stadtwerken jedoch keine gärtnerischen Vorkenntnisse. Interessierte erhalten von der Abteilung Qualitätssicherung Unterstützung bei der Umsetzung. „Wer ebenfalls ehrenamtlich vor der Haustür gärtnern möchte, kann sich auch ohne Vorkenntnisse gerne bei uns melden“, sagt Abteilungsleiterin Katrin Kaiser. „Wir unterstützen gerne. Wichtig ist nur, dass die Leute sich regelmäßig kümmern. Das bedeutet auch, die Pflanzen bedarfsgerecht auch durch die immer längeren trockenen Phasen im Hochsommer zu gießen und bei Bedarf auch eine Urlaubsvertretung organisieren, sowie Müll, Unkraut, überstehende Zweige und Triebe sowie gegebenenfalls auch Hundekot zu entfernen.“ Für Anfragen und Anmeldungen von neuen Interessenten hat die Stadt unter www.offenbach.de/gruenpaten ein digitales Kontaktformular eingerichtet.
















