Sechs Bürgerinnen und Bürger aus Offenbach am Main sind im Rathaus mit dem Ehrenbrief des Land Hessen ausgezeichnet worden. Oberbürgermeister Felix Schwenke würdigte damit ehrenamtliches Engagement, das nach seinen Worten deutlich über das Übliche hinausgeht. Die Geehrten hätten sich über viele Jahre hinweg für andere eingesetzt, Verantwortung übernommen und gesellschaftliche Aufgaben aktiv gestaltet.
Würdigung im Offenbacher Rathaus
Der Oberbürgermeister betonte bei der Verleihung, dass ehrenamtliche Arbeit häufig im Hintergrund stattfinde, für das Zusammenleben in der Stadt jedoch unverzichtbar sei. Die Auszeichnung solle dieses Engagement sichtbar machen. In kurzen persönlichen Ansprachen hob Schwenke die unterschiedlichen Lebenswege und Einsatzfelder der Geehrten hervor und bezeichnete sie als Vorbilder für die Stadtgesellschaft.
Jahrzehntelanger Einsatz im sozialen Bereich
Gertrud Helduser erhielt den Ehrenbrief für ihr langjähriges Wirken in Politik und Sozialarbeit. Als Diplom-Sozialpädagogin war sie an Offenbacher Schulen tätig und gehörte von 1988 bis 2011 der Stadtverordnetenversammlung an. Dort arbeitete sie unter anderem im Sozial- und Jugendhilfeausschuss sowie in der Sozialkommission. Darüber hinaus engagierte sie sich in zahlreichen Gremien für ältere Menschen, wirkte an der Erstellung des Altenplans mit und war an der Gründung des Seniorenrates beteiligt. Über 28 Jahre war sie im Vorstand der Arbeiterwohlfahrt Offenbach aktiv und trug maßgeblich zur wirtschaftlichen Stabilisierung des Verbandes bei. Auch im Ruhestand ist sie weiterhin ehrenamtlich tätig, unter anderem im Seniorenrat, im Beirat der Alzheimer-Gesellschaft Region Offenbach und im Verein „Lebenswert“.
Kontinuität im Vereinsleben der Stadt
Für sein Engagement im Musikverein Eintracht Offenbach wurde Markus Merkel ausgezeichnet. Seit 1993 Mitglied des Vereins, ist er seit 2010 dessen erster Vorsitzender. In dieser Funktion sicherte er die finanzielle Stabilität, organisierte Auftritte und prägte das öffentliche Erscheinungsbild des Vereins. Unter seiner Leitung wurde das 125-jährige Bestehen gefeiert, zudem führte er den Verein mit organisatorischen Maßnahmen durch die Corona-Pandemie. Der Musikverein ist unter seiner Führung regelmäßig bei städtischen Festen präsent.
Engagement für Kirche, Frauen und Soziales
Esther Schwoll wurde für ihr vielfältiges ehrenamtliches Wirken geehrt. Nach ihrem Zuzug nach Offenbach engagierte sie sich in der Evangelischen Johannisgemeinde, unter anderem im Kirchenvorstand und in der Jugendarbeit. Sie war Mitbegründerin des Frauenforums, wirkte im Offenbacher Frauenbündnis mit und engagierte sich in verschiedenen kommunalen Gremien. Seit 2011 ist sie im Sozialverband VdK aktiv und übernimmt dort Aufgaben in der Sozialberatung, im Kreis- und Bezirksverband sowie in der Sozialkommission der Stadt.
Langjähriger Einsatz für Teilhabe und Inklusion
Auch Helmut Schwoll wurde mit dem Ehrenbrief ausgezeichnet. Er engagierte sich seit seinem Zuzug nach Offenbach in Vereinen, Elternvertretungen und der Kommunalpolitik. Beim Turnverein 1861 Offenbach Bieber war er viele Jahre als Jugendbetreuer und Schiedsrichter tätig. Später übernahm er führende Funktionen im VdK, dessen Kreisverband Offenbach-Stadt er seit 2016 leitete. In dieser Zeit wuchs die Mitgliederzahl deutlich. Ein besonderer Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf Barrierefreiheit und Inklusion, unter anderem im kommunalen Aktionsplan Inklusion.
Einsatz für soziale Gerechtigkeit und Gleichstellung
Angelika Stoltze erhielt die Auszeichnung für ihr langjähriges Engagement im VdK und für die Rechte von Frauen. Seit mehr als 15 Jahren ist sie als Sozialrechtsberaterin tätig und bekleidet verschiedene Vorstandsämter auf Orts-, Kreis- und Bezirksebene. Darüber hinaus war sie an der Organisation des „Equal Pay Day“ beteiligt, engagiert sich für Familien mit Kindern mit Behinderung und ist seit vielen Jahren als Schöffin sowie seit Kurzem als Ehrenrichterin am Sozialgericht tätig.
Ehrenamt im Spitzensport
Für sein außergewöhnliches Wirken im Wasserballsport wurde Manfred Vater geehrt. Der frühere Spieler des EOSC Offenbach war über Jahrzehnte in führenden ehrenamtlichen Funktionen tätig, unter anderem als Wasserballwart des Hessischen Schwimm-Verbands. Er begleitete die deutsche Nationalmannschaft als Manager zu mehreren Olympischen Spielen und wirkte in nationalen und internationalen Gremien des Wasserballsports mit. Für seine Verdienste wurde er unter anderem zum Ehrenmitglied von European Aquatics ernannt, zudem trägt ein Wasserball-Pokal seinen Namen.
Dank für nachhaltiges Engagement
Mit der Verleihung der Ehrenbriefe würdigte die Stadt Offenbach sechs Lebensleistungen, die in unterschiedlichen Bereichen über viele Jahre hinweg Wirkung entfaltet haben. Gemeinsam ist allen Geehrten, dass sie Verantwortung übernommen und das gesellschaftliche Leben der Stadt aktiv mitgestaltet haben.
















