In Offenbach hat sich die erste organisierte Stadtelternvertretung für den Bereich der Kindertagespflege gegründet. Ziel des neuen Gremiums ist es, die Interessen der betroffenen Familien zu bündeln, der Betreuungsform eine höhere Sichtbarkeit in der Öffentlichkeit zu verschaffen und Eltern bei der Suche nach Plätzen zu informieren. Zudem wollen die Initiatoren künftig gemeinsam mit Politik, Verwaltung, Jugendamt und den betreuenden Personen an der Weiterentwicklung und Sicherung der örtlichen Kindertagespflege mitwirken.
Fokus liegt auf Bindung durch kleine Betreuungsgruppen
Die Vertretung möchte ins Bewusstsein rücken, dass diese Form der Betreuung für viele Familien eine unverzichtbare Alternative zu den regulären Kindertagesstätten darstellt. Die Initiatoren verweisen darauf, dass gerade für Kinder in den ersten Lebensjahren kleine Gruppen, eine sanfte Eingewöhnung sowie eine feste Bezugsperson von großem Wert seien. Schließen bestehende Pflegestellen, gingen nicht nur wichtige Plätze, sondern auch Wahlmöglichkeiten und zeitliche Flexibilität verloren. Mirela Kadic, die der neuen Elternvertretung angehört und selbst Mutter von vier Kindern ist, begründet ihr Engagement mit der Bedeutung des Themas für die Entwicklung des Nachwuchses. „Die Entscheidung, wem wir unser Kind anvertrauen, gehört zu den wichtigsten Entscheidungen überhaupt. Jede Familie ist anders, jedes Kind ist anders und jede Betreuungsform kann für ein Kind genau richtig sein“, sagt Mirela Kadic. Der Unterschied im Alltag zeige sich oft in der Sprache der Betroffenen. „Wenn Eltern über Kindertagespflege sprechen, sagen sie oft nicht nur, wo ihr Kind betreut wird, sondern bei wem: Bei Hafida, bei Andrea oder bei Simone. Genau diese persönliche Beziehung macht für viele Familien den Unterschied“, erklärt Mirela Kadic weiter.
Jugendamt und Arbeitskreis erarbeiten Perspektiven für die Zukunft
In der Zusammenarbeit mit der städtischen Verwaltung sehen die Vertreter eine positive Ausgangslage. Das Offenbacher Jugendamt hat nach Angaben der Elternvertretung die Bereitschaft für Nachbesserungen und strukturelle Veränderungen signalisiert. Innerhalb eines gemeinsamen Arbeitskreises für die Kindertagespflege erarbeiten die Beteiligten bereits konkrete Zukunftsperspektiven. Andrea Raja, die als Kindertagespflegeperson in diesem Arbeitskreis des Jugendamts aktiv ist, hebt die inhaltlichen Vorteile ihrer Arbeit hervor: „Die Stärke der Kindertagespflege liegt in ihrer Individualität. Wir können Betreuungszeiten flexibel gestalten, auf jedes Kind individuell eingehen und durch kleine Gruppen eine enge Bindung aufbauen. Kinder erleben hier Angebote auf Augenhöhe, eine feste Bezugsperson und eine Umgebung, in der sie sich sicher entwickeln können.“
Neue Internetseite soll Familien bei der Orientierung helfen
Um die Kommunikation mit den Bürgerinnen und Bürgern zu verbessern, hat die Stadtelternvertretung eine digitale Anlaufstelle im Internet unter der Adresse www.evk-of.de eingerichtet. Die Online-Plattform soll Familien bei der Orientierung unterstützen und Einblicke in den Alltag dieser Betreuungsform geben. Die Seiten sind so konzipiert, dass sie fortlaufend aktualisiert und ausgebaut werden. So werden dort neben allgemeinen Informationen, Elternstimmen und Entwicklungen in diesem Bereich auch Profile von Kindertagespflegepersonen sowie eine Übersicht über derzeit freie Betreuungsplätze zur Verfügung gestellt. Das übergeordnete Ziel aller Initiatoren und Beteiligten ist es nach eigenen Angaben, Kinder zu stärken, Familien zu begleiten und das Angebot der Kindertagespflege langfristig zu erhalten.















