Die Energieversorgung Offenbach AG (EVO) hat den ersten Bauabschnitt des Projekts „EVO-Zukunftsnetz“ abgeschlossen und den Beginn der nächsten Ausbaustufe vorgestellt. Bei einer Bürgerinformationsveranstaltung auf dem EVO-Gelände zwischen Goethering und Andréstraße informierten Vertreter des Unternehmens über die geplanten Maßnahmen. An diesem Standort soll das neue Umspannwerk Nord entstehen. Stadtkämmerer Martin Wilhelm machte die Bedeutung deutlich: „Ohne den Ausbau des Hochspannungsnetzes kann Offenbach nicht wachsen – und auch nicht sicher versorgt werden.“
Größtes Infrastrukturprojekt der EVO
Nach Unternehmensangaben handelt es sich beim „EVO-Zukunftsnetz“ um das größte Infrastrukturvorhaben in der Geschichte des Regionalversorgers. Mehrere hundert Millionen Euro werden in die Erneuerung von über 120 Kilometern Kabel- und Freileitungstrassen investiert. Bis 2045 soll die Netzkapazität versechsfacht werden. EVO-Vorstandsvorsitzender Dr. Christoph Meier betonte: „Drei neue Umspannwerke, mehrere Kabelprojekte und zwei Freileitungsabschnitte sind allein hier im Weiteren geplant.“
Neue Umspannwerke und Kabeltrassen
In Offenbach entstehen drei neue Umspannwerke: Nord auf dem EVO-Gelände, Ost an der Mülheimer Straße sowie eine Anlage in der Rowentastraße. Alle werden eingehaust, mit moderner Schalttechnik ohne Schwefelhexafluorid (SF6) sowie verlustarmen Transformatoren ausgestattet. Besonders sichtbar wird der Ausbau am Main: Die Kabeltrasse zwischen den Umspannwerken Nord und Ost wird parallel zur Maindeichsanierung verlegt. Baubeginn ist im ersten Quartal 2026, die Inbetriebnahme Ende 2026. Weitere Kabelverbindungen, darunter eine Trasse vom Friedrichsring zum UW Nord, befinden sich in Vorbereitung.
Freileitungen nach Mühlheim und Obertshausen
Auch die Freileitungsprojekte sind fortgeschritten. Die Verbindung nach Mühlheim umfasst 3,2 Kilometer und 15 Masten, die Trasse nach Obertshausen zehn Kilometer und 33 Masten. Baubeginn soll Anfang 2026 sein, die Bauzeit wird auf bis zu zwölf Monate veranschlagt. Moderne Leiterseile mit Kohlefaserkern sollen fast die doppelte Übertragungskapazität ermöglichen. „Das EVO-Zukunftsnetz ist ein Fundament für Versorgungssicherheit und wirtschaftliche Entwicklung in unserer Region“, sagte Dr. Meier.
Zuständigkeit bei Tochterunternehmen ENO
Für Planung, Bau und Betrieb ist die Energienetze Offenbach GmbH (ENO) verantwortlich, eine hundertprozentige EVO-Tochter. Die ENO betreut die Verteilernetze in Stadt und Kreis Offenbach und ist auch für Netz- und Hausanschlüsse zuständig.















