Die Energieversorgung Offenbach AG (EVO) startet mit einem zentralen Teil ihres Großprojekts „Zukunft Wärme“. Ab Mitte Oktober beginnen die Arbeiten zum Ausbau der Fernwärme in der Richard-Wagner-Straße und entlang der J.-F.-Kennedy-Promenade bis zur Schubertstraße. In diesem Abschnitt wird eine neue Haupttransportleitung verlegt, die Teil eines dreistufigen Ausbaus ist.
Verdoppelte Leistungskapazität für klimafreundliche Wärme
„Wir verdoppeln mit dieser Maßnahme die Übertragungskapazität der Fernwärme in diesem Bereich – das ist ein wichtiger Schritt für die geplante Wärmewende in Offenbach“, erklärt EVO-Technikvorstand Günther Weiß. Die neue Leitung ersetzt eine bestehende mit 25 Zentimetern Durchmesser und wird als modernes Kunststoffmantelrohrsystem mit einem Durchmesser von 40 Zentimetern installiert. Insgesamt werden rund 600 Meter Leitung verlegt, ergänzt durch Hausanschlüsse und die Anbindung an das bestehende Netz.
Verkehrseinschränkungen bis Mai 2026 möglich
Die Bauarbeiten sollen bis Mai 2026 abgeschlossen sein. In dieser Zeit kann es zu Einschränkungen im Straßenverkehr und bei der Wärmeversorgung kommen. Die EVO kündigt an, alle betroffenen Haushalte, Einrichtungen und Unternehmen rechtzeitig zu informieren.
Ausbau in drei Bauabschnitten geplant
Der nun beginnende Abschnitt ist der erste von drei geplanten Bauphasen. In den kommenden Jahren folgen zwei weitere Leitungsstränge: vom EVO-Energiewerk bis zur Netzstation im Neu-Isenburger Stadtteil Gravenbruch sowie eine Verbindung bis zur Netzstation Lauterborn. Beide Vorhaben sind bereits projektiert, konkrete Zeitpläne stehen jedoch noch aus.
Schritt in Richtung CO₂-neutrale Wärmeversorgung
„Mit dem Projekt ‚Zukunft Wärme‘ schaffen wir die Infrastruktur für eine CO₂-neutrale Wärmeversorgung – effizient, regional und unabhängig von fossilen Energieträgern“, betont Weiß. Ziel ist es, den steigenden Bedarf an klimafreundlicher Wärme zu decken und gleichzeitig die Versorgungssicherheit zu erhöhen.
Erweiterung des EVO-Energiewerks und Kohleausstieg
Im Rahmen des Projekts wird auch das EVO-Energiewerk zwischen Heusenstamm und Offenbach modernisiert. Die Auskopplung von Abwärme soll von 45 auf 63 Megawatt steigen, ohne mehr Abfall zu verbrennen. Neue Anlagen zur Nutzung von Rauchgaswärme und Turbinenabdampf, ein Fernwärmespeicher und eine Power-to-Heat-Anlage sollen die Effizienz steigern. Künftig wird auch Abwärme aus Rechenzentren in das Netz eingespeist.
Ein weiterer Meilenstein ist der schrittweise Kohleausstieg. Das alte Heizkraftwerk an der Andréstraße wird zurückgebaut und durch eine neue Energiezentrale mit Großwärmepumpe und wasserstofffähigen Heißwassererzeugern ersetzt. „Der Kohleausstieg ist für uns nicht nur ein ökologisches Ziel, sondern auch ein technologischer Aufbruch“, so Weiß.
Investition in die regionale Energiezukunft
Für den Fernwärmeausbau investiert die EVO mehrere hundert Millionen Euro. „Unsere Investitionen sind ein klares Bekenntnis zur Region“, sagt Weiß. „Sie sichern die Energieversorgung für Haushalte und Unternehmen – heute und in Zukunft.“
















