Nach einer einjährigen Unterbrechung hat am vergangenen Sonntag in Offenbach die elfte Auflage der Fahrrad-Demonstration „Kidical Mass“ stattgefunden. Bei mildem Spätsommerwetter fuhren rund 320 Kinder und Erwachsene gemeinsam durch die Straßen der Stadt, um sich für eine verbesserte Verkehrssicherheit für Familien einzusetzen. Unter dem Leitspruch „Heute gehört die Straße uns!“ machten die Beteiligten darauf aufmerksam, dass Heranwachsende ein erhöhtes Schutzbedürfnis im Straßenverkehr haben, welches nach Auffassung der Organisatoren gegenwärtig nicht überall gewährleistet wird.
Gemeinsame Ausfahrt vom Büsingpark rund um die Offenbacher Innenstadt
Die Fahrraddemonstration bewegte sich auf einer sechs Kilometer langen Strecke in mäßigem Tempo um das Stadtzentrum. Der Start- und Zielpunkt der musikalisch begleiteten Rundfahrt lag im Büsingpark, während die Teilnehmer am Hessenring einen Zwischenstopp einlegten. Die Veranstalter wollen mit der Aktion eine kindgerechtere Verkehrsinfrastruktur einfordern. Im Fokus der Kritik stehen dabei insbesondere die Situationen vor den Schulgebäuden. Nach Angaben der Initiatoren komme es dort allmorgendlich zu unübersichtlichen und gefährlichen Szenen durch wendende Fahrzeuge, auf den Gehwegen parkende Autos sowie unachtsam geöffnete Wagentüren. Der Mitorganisator Jörg Schwarzwälder äußerte sich zu den Eindrücken der Ausfahrt: „Es freut mich immer wieder zu sehen, mit welchen strahlenden Gesichtern die Kinder mit ihren kleinen Rädern auf der Straße fahren, statt auf zugeparkten schmalen Gehwegen zwischen Autos eingezwängt zu sein.“
Verkehrsbündnis kündigt nächste Fahrradaktion für das kommende Frühjahr an
Hinter dem Protestaufruf steht ein weltweites Bündnis, das sich für lebenswertere und kindgerechte Kommunen starkmacht. Auf lokaler Ebene wurde die Ausfahrt vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) organisiert, der dabei Unterstützung vom Verkehrsclub Deutschland (VCD), dem Projekt „radraum“ sowie der Frankfurter Initiative der „Kidical Mass“ erhielt. Mit Blick auf die städtebauliche Situation erklärte der Organisator Josias Bergmann: „Wir müssen den Kindern viel mehr sicheren Raum geben, um zu spielen, sich zu bewegen und sich auszuprobieren. Der Platz dafür ist da, er muss nur anders gestaltet werden. Deswegen waren wir heute auf der Straße und haben ein klares Zeichen gesetzt.“ Ergänzend fassten Schwarzwälder und Bergmann das Kernanliegen in einer gemeinsamen Erklärung zusammen: „Kinder haben Lust aufs Fahrradfahren und wollen selbstständig unterwegs sein. Jetzt fehlen nur noch flächendeckend die sicheren Wege, auf denen sie durch Offenbach kommen“. Die Veranstalter gaben zudem bekannt, dass eine Fortsetzung der Aktion in Offenbach für das Frühjahr des kommenden Jahres vorgesehen ist.
















