Die städtische Wohnungsbaugesellschaft GBO plant in den kommenden fünf Jahren Investitionen von insgesamt 150 Millionen Euro. Magistrat und Aufsichtsrat haben dem Wirtschaftsplan zugestimmt, der das umfangreichste Baupaket seit 30 Jahren vorsieht. Im Zentrum stehen Neubauten, energetische Sanierungen und Modernisierungen im Bestand.
Rund 300 neue Wohnungen geplant
Stadtkämmerer und GBO-Aufsichtsratsvorsitzender Martin Wilhelm kündigte an, dass die GBO ihr Neubau-Team bereits verstärkt habe, um die zusätzlichen Aufgaben bewältigen zu können. Nach derzeitiger Planung sollen etwa 300 neue Wohnungen entstehen, darunter bis zu 115 geförderte Einheiten. Wilhelm betonte, dass das Unternehmen angesichts der schwierigen Lage in der Baubranche auf Förderzusagen angewiesen sei.
Als „Meilenstein für den Wohnungsbau in Offenbach“ bezeichnete GBO-Geschäftsführer Boris Kupke das Vorhaben. Für das Neubauprojekt Quartier 4.0 mit 67 Wohneinheiten liegt eine Reservierung von Landesfördermitteln bereits vor; der Bauantrag wurde eingereicht. Vorgesehen sind dort Wohnungen für mehrere Generationen sowie eine Kita im Erdgeschoss. Der Spatenstich soll 2026 erfolgen.
Weitere Bauprojekte in mehreren Stadtteilen
Auch an der Dr.-Rosa-Goldschmidt-Straße An den Eichen ist der Baubeginn für 24 geförderte Wohnungen im kommenden Jahr geplant. Im Liebig-Carré sollen durch Nachverdichtung 15 geförderte Einheiten entstehen, sofern die beantragten Mittel bewilligt werden. Baubeginn wäre dann voraussichtlich 2027.
Im Quartier Neues Wohnen, bestehend aus sieben städtischen Grundstücken in Bieber und Bürgel, sollen in den nächsten Jahren 70 bis 80 Wohnungen entstehen. Im Franz-Liszt-Quartier II sind weitere bis zu 18 Wohnungen vorgesehen. Im ersten Bauabschnitt des Quartiers wurden bereits 14 Wohnungen durch Aufstockung auf Gebäude aus den 1950er Jahren geschaffen – kombiniert mit serieller Fassadendämmung.
Kupke erläuterte, dass diese Kombination zwar höhere Kosten verursache, dafür aber die Belastung der Mieterinnen und Mieter reduziere: „Im Zuge der Wirtschaftlichkeit ist es deshalb sinnvoll, dort wo es geht, die Häuser gleichzeitig von der ausführenden Baufirma aufstocken zu lassen. Mit den Einnahmen aus den neuen Wohnungen können die Kosten für die Sanierung abgefedert werden.“
Aufstockungen als strategischer Schwerpunkt
Auch künftig soll die Erweiterung bestehender Gebäude eine zentrale Rolle spielen. Geplant sind unter anderem 70 Wohnungen in der Schubertstraße sowie mindestens 15 neue Wohnungen durch Aufstockungen an der Konrad-Adenauer-Straße. Kupke hob hervor, dass diese Strategie unabhängiger von Grundstückspreisen mache und neue Wohnungen im Bestand ermögliche.
Parallel will die GBO weiterhin zahlreiche Förderanträge stellen. Geschäftsführer René Weber betonte, dass bezahlbarer Wohnungsbau nur dann gelinge, wenn Förderzusagen von Kommune, KfW und Land zusammenkämen. Ziel sei es, den Anteil geförderter Wohnungen im Bestand – derzeit 43 Prozent – zu stabilisieren oder zu erhöhen.
Optionen für zusätzliche geförderte Wohnungen
Ein mögliches zusätzliches Projekt betrifft den geplanten Kauf geförderter Wohnungen im Kaiserlei-Viertel, das die Frankfurter ABG entwickelt. Die Stadt Offenbach wird die GBO hierfür mit zehn Millionen Euro aus Bundesmitteln ausstatten, wie die Stadtverordnetenversammlung beschlossen hat. Die Mittel sind im aktuellen Wirtschaftsplan noch nicht berücksichtigt, da Verträge ausstehen.
Offen ist zudem, ob die GBO Wohnungen im Projekt Am Ledermuseum erwerben wird – die Gespräche hierzu laufen weiter.
Mit den geplanten Maßnahmen will die GBO den Bestand von rund 5.000 Wohnungen modernisieren und erweitern und dabei den Schwerpunkt auf bezahlbaren Wohnraum und energetische Verbesserungen legen.













