Mitten im dichten Verkehr der Offenbacher Innenstadt sind Mitarbeiter der Stadtpolizei im Juni zu lebensrettenden Begleitern für gefiederte Fußgänger geworden. An zwei aufeinanderfolgenden Tagen gerieten Nilgansfamilien mit ihren Küken auf den belebten Straßen in gefährliche Situationen. Statt die Tiere lediglich zu verscheuchen, bewiesen die Einsatzkräfte ein Herz für den tierischen Nachwuchs: Sie sicherten die Scharen mit einem Streifenwagen und zu Fuß ab, bis die Vögel wohlbehalten rettende Grünflächen und das Mainufer erreichten.
Ausflug in der Innenstadt bringt Küken in Lebensgefahr
Der erste Vorfall ereignete sich in der zweiten Juniwoche rund um den Marktplatz. Eine Nilgansfamilie war mit mehreren Küken in Richtung Waldstraße unterwegs und lief dabei immer wieder direkt auf die Fahrbahn. Für die winzigen Jungtiere war dies eine akute Gefahrenlage inmitten des fließenden Verkehrs. Um die tierischen Ausflügler vor dem Überfahren zu bewahren und zugleich Unfälle zu verhindern, griffen die Stadtpolizisten behutsam ein. Die Ordnungshüter bildeten einen mobilen Schutzschild um die Vögel: Ein Streifenwagen flankierte den Zug auf der Straße, während Polizisten die Familie zu Fuß begleiteten. Ohne Hektik und im eigenen Tempo durften sich die Tiere ihren Weg bahnen, bis sie schließlich die Sicherheit des Martin-Luther-Parks erreichten.
Gefiederte Fußgänger stoppen am Folgetag den Busverkehr
Das außergewöhnliche Engagement der Stadtpolizisten blieb jedoch kein Einzelfall. Bereits am darauffolgenden Tag rief eine weitere Nilgansfamilie die Ordnungshüter auf den Plan. Diesmal hatten sich die Eltern mit ihrem Nachwuchs in den unübersichtlichen Bereich des Busbahnhofes verirrt. Auch dort gerieten die Tiere in Gefahr und brachten durch ihren Ausflug über den Asphalt den örtlichen Busverkehr zeitweise ins Stocken. Abermals setzten die Einsatzkräfte auf Geduld und eine aufmerksame Sicherung: Eine Streife nahm die gefiederte Familie zu Fuß in Empfang und eskortierte sie durch den städtischen Trubel, bis die Vögel eigenständig das rettende Ufer des Mains erreichten.














