Am Samstag, den 29. August, probten rund 150 überwiegend ehrenamtliche Helfer verschiedener Organisationen im Offenbacher Hafen einen komplexen Katastrophenschutzeinsatz. Zwischen acht und vierzehn Uhr stand die von der Abteilung Bevölkerungsschutz der städtischen Feuerwehr in den vergangenen Monaten geplante Übung unter der Annahme eines simulierten Angriffs auf einen mit Fahrgästen besetzten Bus. Das Szenario umfasste dabei nicht nur die Versorgung zahlreicher Verletzter, sondern auch den Umgang mit einem in dem Fahrzeug freigesetzten, unbekannten Stoff.
Stadtpolizei sichert den Einsatzort und alarmiert weitere Unterstützung
Gemäß dem Übungsablauf trafen zunächst Beamte der Stadtpolizei an dem verschlossenen Omnibus ein. Sie nahmen eine erste Bewertung der Lage vor, riegelten den Bereich ab und forderten weitere Einheiten von Rettungsdiensten sowie der Landespolizei an. Die daraufhin eintreffenden Angehörigen der freiwilligen Feuerwehren und Sanitätsdienste übernahmen die Rettung und medizinische Versorgung der Betroffenen. Insgesamt 15 Statisten mimten bei dem Probelauf die verletzten Passagiere und simulierten neben sichtbaren Blessuren wie Knochenbrüchen auch Vergiftungssymptome wie Schwäche und Übelkeit. Aufgrund der Annahme einer gefährlichen Substanz mussten die Darsteller sowie ein Teil der Einsatzkräfte vor Ort dekontaminiert werden, bevor Rettungswagen die Patienten zur weiteren Behandlung in das Kettler Krankenhaus brachten. Beamte von Stadt- und Landespolizei überwachten den Bereich und griffen zudem ein, als simulierte Kontaminierte versuchten, von der Einsatzstelle zu fliehen. Helfer der Notfallseelsorge betreuten derweil die Betroffenen und die Beteiligten direkt vor Ort.
Auswertung der komplexen Abläufe erfolgt in den kommenden Wochen
Bei dem Manöver kooperierten Angehörige der Freiwilligen Feuerwehren, des Technischen Hilfswerks, des Arbeiter-Samariter-Bundes, des Deutschen Roten Kreuzes und der Malteser Hand in Hand. Feuerwehrdezernentin Helena Wolf zeigte sich nach dem Abschluss der Maßnahmen zufrieden mit der Leistung der Beteiligten: „Ich bin beeindruckt von der Ernsthaftigkeit aller Einsatzkräfte und der Professionalität, insbesondere der ehrenamtlichen Kolleginnen und Kollegen. Auch mit Blick auf das sehr herausfordernde Szenario, das alle Beteiligten an ihre Grenzen brachte.“ Sie betonte zudem die Bedeutung einer eingespielten Koordination sowie einer funktionierenden Infrastruktur im Hintergrund und kündigte an: „Die Beobachter werten die Übung in den kommenden Wochen aus und werden berichten, wo es noch Möglichkeiten zur Verbesserung gibt“.
Bürgermeister Andreas Bruszynski hob im Nachgang hervor, dass die klare Weitergabe der präzisen Lagebeurteilung durch die zuerst eingetroffenen Stadtpolizisten an die nachrückenden Rettungskräfte die schnelle Einleitung der richtigen Maßnahmen ermöglicht habe. Er richtete seinen Dank an die Einsatzkräfte für den körperlichen Einsatz, an die Statisten für die realistische Darstellung sowie an die Bürger: „Wir bedanken uns auch bei den Anwohnenden rund um den Hafen für ihr Verständnis und ihre Unterstützung bei der Umfahrung der Einsatzstelle“.
















