Die Offenbacher Stadtverwaltung ist zum ersten Mal mit dem Gütesiegel „Familienfreundlicher Arbeitgeber Land Hessen“ ausgezeichnet worden. Die offizielle Vergabe durch das Hessische Ministerium des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz erfolgte am 24. Juni 2026 im Rahmen einer Veranstaltung im Wiesbadener Schloss Biebrich. Das Land würdigt mit diesem Zertifikat Arbeitgeber, die die Arbeitsbedingungen ihrer Belegschaft fortlaufend weiterentwickeln und die Vereinbarkeit von Beruf, Pflege und Familie systematisch fördern.
Bedeutung als Standortfaktor im Rhein-Main-Gebiet
Für die Kommune spielt die Familienfreundlichkeit auch bei der Personalgewinnung eine zentrale Rolle. Oberbürgermeister Felix Schwenke sieht die Verwaltung durch das Zertifikat bestätigt: „Die Auszeichnung des Landes zeigt, dass wir als Stadt Offenbach auf dem richtigen Weg sind, unseren Mitarbeitenden eine gute Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu ermöglichen“. Dies umfasse alle Phasen des Arbeitslebens, von der Rückkehr nach der Elternzeit über die Betreuung von Kita- und Schulkindern bis hin zur Pflege von Angehörigen. Mit Blick auf die Konkurrenz am regionalen Arbeitsmarkt ergänzt der Rathauschef: „Als Stadtverwaltung stehen wir bei der Suche nach qualifizierten Fachkräften im Wettbewerb mit den anderen Arbeitgebern im Rhein-Main-Gebiet. Familienfreundlichkeit ist für viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bei der Suche nach einem Arbeitsplatz ein wichtiges Kriterium“.
Interne Arbeitsgruppe formuliert Ziele für die Behörde
Der Auszeichnung ging nach Angaben der Stadt ein mehrmonatiger interner Prozess voraus, der von der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten initiiert wurde. Hierfür meldeten sich zwölf Beschäftigte aus verschiedenen Ämtern freiwillig, um in einer bereichsübergreifenden Arbeitsgruppe mitzuwirken. In mehreren Workshops erarbeiteten die Teilnehmer gemeinsame Zielvereinbarungen und Handlungsschwerpunkte für eine familienbewusste Organisationsentwicklung. Diese Ergebnisse wurden dem Innenministerium vorgelegt und als Basis für die Zertifizierung anerkannt. Die definierten Leitlinien orientieren sich an den vier vorgegebenen Handlungsfeldern Führung und Kultur, Arbeitszeit und Arbeitsort, Information sowie Angebote für die Beschäftigten.
Umsetzung der festgelegten Maßnahmen beginnt nun
Mit dem Erhalt des Siegels startet für die Verwaltung nun die praktische Phase, in der die formulierten Ziele in den kommenden Jahren schrittweise in konkrete Maßnahmen für den behördlichen Arbeitsalltag überführt werden sollen. Simone Schmoll, die den Zertifizierungsprozess als Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte koordinierte, lobt die Beteiligung des Personals: „Besonders beeindruckt hat mich die große Bereitschaft der Kolleginnen und Kollegen aus ganz unterschiedlichen Bereichen der Stadtverwaltung, sich in diesen Prozess einzubringen. Trotz hoher Arbeitsbelastung haben sie sich Zeit genommen, ihre Erfahrungen, Perspektiven und ihre alltäglichen Arbeitsrealitäten einzubringen. Wichtig war uns dabei, die Entwicklung nicht allein vorzugeben, sondern bewusst zu öffnen: Die Mitarbeitenden sind die Expertinnen und Experten ihrer Arbeitsbereiche. Sie wissen am besten, wo Strukturen im Alltag funktionieren und wo wir an Grenzen der Familienfreundlichkeit stoßen. Gerade dieser offene, bereichsübergreifende Ansatz hat es ermöglicht, konkrete Ziele gemeinsam zu entwickeln, die nun die Grundlage für die weitere Arbeit bilden. Das zeigt für mich sehr deutlich, welchen Stellenwert das Thema Familienfreundlichkeit in der Stadtverwaltung hat – und wie viel Potenzial in der gemeinsamen Gestaltung steckt.“
















