Die Zahl der Erwerbslosen im Bezirk der Offenbacher Arbeitsagentur ist auch nach dem Ende der Sommerferien weiter angewachsen. Insgesamt waren im August 20.598 Personen offiziell ohne Beschäftigung, was einem Zuwachs von 353 Meldungen im Vergleich zum Juli und einem Anstieg von 1.268 Personen im Vergleich zum Vorjahresmonat entspricht. Die Arbeitslosenquote kletterte infolgedessen auf 7,2 Prozent. Damit verzeichnet die Behörde den höchsten August-Wert seit dem von der Corona-Pandemie geprägten Jahr 2020. Zuvor lag die Quote im Juli bei 7,1 Prozent und im August 2025 bei 6,8 Prozent.
Gegenläufige Entwicklung in Stadt und Landkreis Offenbach
Während die Stadt Offenbach einen leichten Rückgang der Arbeitslosigkeit verzeichnete, stiegen die Zahlen im umliegenden Landkreis deutlich an. Im Kreisgebiet waren 12.793 Frauen und Männer auf der Suche nach einer Anstellung, was einem Plus von 410 Personen gegenüber dem Vormonat und 1.178 Personen gegenüber dem August 2025 entspricht. Die dortige Arbeitslosenquote erhöhte sich von 6,1 Prozent auf nun 6,3 Prozent. Demgegenüber registrierte die Stadt Offenbach 7.805 erwerbslose Menschen. Dies sind 57 Personen beziehungsweise 0,7 Prozent weniger als noch im Juli, jedoch weiterhin 90 Personen mehr als im Vorjahreszeitraum. Die städtische Arbeitslosenquote verharrte unverändert auf dem Vormonatswert von 9,6 Prozent.
Zugang in der Grundsicherung übertrifft kurzzeitige Arbeitslosigkeit
Carmen Giss, die Leiterin der Offenbacher Agentur für Arbeit, ordnet die aktuellen Zahlen ein: „Nach der Ferienzeit ist im Offenbacher Agenturbezirk leider kein Rückgang der Arbeitslosigkeit eingetreten. Zwar gab es eine leichte Erholung in der Stadt Offenbach, aber die Anstiege im Kreis machten das wieder wett. Die insgesamt sinkenden Werte in der Arbeitslosenversicherung, also bei den kurzzeitig arbeitslos Gemeldeten, werden von den Zugängen im Bereich der Grundsicherung überflügelt“. Hinsichtlich der gemeldeten Vakanzen in den Betrieben merkt die Arbeitsmarktexpertin an: „Positiv fällt auf, dass Unternehmen im August wieder mehr offene Stellen zur Besetzung gemeldet haben. Dies kann aber auch dem Nachholeffekt nach der Sommerpause geschuldet sein. Arbeitgeber profitieren davon, wenn sie unseren Arbeitgeber-Service bei der Besetzung offener Stellen einbeziehen, sowohl bei Ausbildungs- wie bei Arbeitsstellen, da wir ein umfangreiches Beratungsportfolio anbieten. Am Ausbildungsmarkt ist auch nach Ausbildungsbeginn noch viel in Bewegung; viele Plätze werden erst in den nächsten Wochen endgültig besetzt werden.“.
Anteil der Langzeitarbeitslosen liegt bei mehr als einem Drittel
Aus der Statistik geht zudem hervor, dass 34,0 Prozent aller Arbeitslosen im Agenturbezirk seit einem Jahr oder länger ohne Anstellung sind und somit als langzeitarbeitslos gelten. In absoluten Zahlen betraf dies im August 6.999 Personen. Zwar sank dieser Wert im Vergleich zum Juli um 46 Personen, er liegt jedoch um 173 Fälle höher als noch im August 2025. Die überwiegende Mehrheit dieser Gruppe, konkret 6.399 Menschen, wird im Rechtskreis SGB II und damit im Bereich der Grundsicherung betreut. Die verbleibenden 600 Personen fallen in die Zuständigkeit der Arbeitslosenversicherung nach dem SGB III.
















