In Offenbach hat 2024 mehr als zwei Drittel der Bevölkerung einen Migrationshintergrund. Der Anteil lag bei 67,4 Prozent und damit deutlich über dem Vergleichswert für Hessen von 38,7 Prozent. Das geht aus dem „Integrations-Monitoring 2025“ der Stadt hervor.
Bevölkerung wächst, Zusammensetzung verschiebt sich
Die Stadt verzeichnet für die Jahre 2019 bis 2024 ein Bevölkerungswachstum von 139.849 auf 145.669 Einwohner. Das Plus erklärt das Monitoring mit Zuwächsen bei der ausländischen Bevölkerung sowie bei Deutschen mit Migrationshintergrund. Gleichzeitig ist die Gruppe der Deutschen ohne Migrationshintergrund in diesem Zeitraum rückläufig; ihr Anteil lag 2024 bei 32,6 Prozent.
Auch in der längerfristigen Betrachtung zeigt sich eine Verschiebung: Die Zahl der Einwohnerinnen und Einwohner ohne Migrationshintergrund sank von 55.047 im Jahr 2012 auf 47.490 im Jahr 2024.
Dem gegenüber stehen steigende Werte in den beiden anderen Gruppen. Für 2012 weist das Monitoring 40.848 Ausländer sowie 28.366 Deutsche mit Migrationshintergrund aus. Ende 2024 waren es 61.890 Ausländer und 36.289 Deutsche mit Migrationshintergrund.
Rumänien größte Nationalität, Ukraine deutlich gewachsen
Bei der Zusammensetzung der ausländischen Bevölkerung nennt das Monitoring für 2024 „bemerkenswerte Verschiebungen“. Demnach stellt die Personengruppe rumänischer Herkunft erstmals die größte Nationalität in Offenbach.
In absoluten Zahlen führt Rumänien mit 6.740 Personen. Es folgen die Türkei mit 5.980, Bulgarien mit 5.235 und Griechenland mit 5.016. Danach werden Kroatien mit 4.066, Serbien mit 3.843, Polen mit 3.761 und Italien mit 3.758 Personen genannt. Weitere größere Gruppen sind Bosnien und Herzegowina mit 2.202 sowie die Ukraine mit 1.669. Marokko und Spanien liegen jeweils bei 1.425, Indien bei 1.395, Afghanistan bei 1.306, Pakistan bei 1.235 und Portugal bei 849 Personen.
Das Monitoring verweist zudem darauf, dass mehr als die Hälfte der ausländischen Bevölkerung auf lediglich sieben große Gruppen entfällt; neu unter diesen „größten Sieben“ seien Serben, die damit Italiener ablösten.
Bei der Ukraine hebt der Bericht eine deutliche Entwicklung hervor: Die kriegsbedingte Zuwanderung habe dazu geführt, dass die Gruppe der Ukrainer seit 2021 von 334 auf 1.669 Personen bis Ende 2024 anwuchs.
Zu- und Wegzüge bleiben hoch
Für 2024 weist das Monitoring 15.001 Zuzüge und 14.357 Fortzüge aus. Daraus ergibt sich ein Plus von 644 Personen. Im Jahr 2021 lag der Saldo bei plus 1.033. Auffällig ist zudem das Alter: Das Durchschnittsalter der Zugezogenen lag 2024 bei 32,8 Jahren, das der Weggezogenen bei 33,5 Jahren.
Bei der Frage nach Migrationsgeschichte zeigt die städtische Auswertung für 2021: 68 Prozent der Zugezogenen hatten eine Migrationsgeschichte, bei den Fortzügen lag der Anteil bei 59,6 Prozent. Zu den Gründen für Wegzüge macht das Monitoring keine gesicherten Angaben.
Kitas: Viele Kinder wachsen mehrsprachig auf
In Offenbacher Kitas wurden 2024 insgesamt 2.107 Kinder gezählt, in deren Familien zu Hause nicht überwiegend Deutsch gesprochen wird. In den städtischen Einrichtungen und den EKO-Kitas zusammen lag der Anteil dieser Kinder 2024 bei 58,3 Prozent (bei insgesamt 2.222 Kindern). Für Unter-Dreijährige nennt das Monitoring für 2024 einen Anteil von 32,7 Prozent aus Familien, in denen zu Hause nicht überwiegend Deutsch gesprochen wird.
Arbeitsmarkt und Beratung: Quote und Fallzahlen
Beim Blick auf den Arbeitsmarkt nennt das Monitoring für 2024 eine Arbeitslosenquote von 12,2 Prozent unter Nichtdeutschen; sie lag damit 2,6 Prozentpunkte über dem Bevölkerungsdurchschnitt.
In der Migrationsberatung wurden 2023 und 2024 laut Monitoring erstmals jeweils mehr als 2.000 Fälle pro Jahr betreut; beraten wurden dabei mehr Frauen als Männer. Zusätzlich werden Mitberatungen von Familienangehörigen gesondert erwähnt: Beim Deutschen Roten Kreuz wurden 2023 insgesamt 775 und 2024 insgesamt 845 solcher Mitberatungen gezählt.
Das vollständige Integrationsmonitoring kann auf der Seite der Stadt Offenbach nachgeschlagen werden: offenbach.de














