Auf dem Bürgeler Friedhof hat sich eine große Kolonie der Großen Drüsenameise (Tapinoma magnum) ausgebreitet. Friedhofsbesucher nehmen nach Angaben der Stadt immer wieder halb verwelkte Pflanzen aus dem Grünschnitt mit nach Hause, um sie im Garten wieder aufzupäppeln. Was bislang geduldet wurde, soll nun unterbleiben: Wer Pflanzen samt Erde mitnimmt und daheim einsetzt, kann die Ameisenart ungewollt einschleppen. Am Friedhof werden deshalb Schilder an den Grünschnittringen angebracht, die vor der Mitnahme warnen.
Schäden durch Tapinoma magnum möglich
Tapinoma magnum breitet sich derzeit in Süddeutschland aus, Offenbach ist betroffen. Die Art gilt als besonders problematisch, weil in den Nestern mehrere Königinnen für stetigen Nachwuchs sorgen. Das kann dazu führen, dass Gehwege, Asphalt oder Terrassen unterhöhlt werden und absacken. Außerdem suchen die Tiere Nahrung auch in Häusern oder legen Nester etwa in Briefkästen an. Die invasive Art wurde nach den Angaben vermutlich über mediterrane Pflanzen und Terrassenhölzer nach Deutschland eingeschleppt.
Woran sich die Art erkennen lässt
Wer Ameisen auf dem eigenen Grundstück entdeckt, soll nach Angaben der Stadt zunächst prüfen, ob es sich tatsächlich um Tapinoma magnum handelt. Zerreibt man ein Tier, verströmt es demnach einen chemischen Geruch. Außerdem bewegen sich die Arbeiterinnen der Art auf „Straßen“ in mehreren Reihen nebeneinander; heimische Arten laufen in der Regel in einer Reihe. Heimische Ameisen sollen geschont werden: Wo sie vorkommen, siedelt sich Tapinoma magnum nach Darstellung der Stadt nicht an.
Bekämpfung in Bürgel und auf der Hafeninsel
Der Stadtservice der Stadtwerke Offenbach hat bereits im vergangenen Jahr mit Maßnahmen an zwei bekannten Vorkommen begonnen – in Bürgel und auf der Hafeninsel. „Bisher konnte der Stadtservice die weitere Ausbreitung verhindern“, sagt Stadtkämmerer Martin Wilhelm. Er warnt zugleich: „Wer allerdings Pflanzen vom Bürgeler Friedhof mit nach Hause nimmt, kann damit zur weiteren Verbreitung beitragen. Diese Ameisenart ist wegen der schnellen Vermehrung nicht mehr zu beseitigen, nur noch einzudämmen.“
Heißes Wasser gegen Nester
Martin Wilhelm verfolgte die Einsätze nach Angaben der Stadt gemeinsam mit Christian Loose, stellvertretender Leiter des ESO-Eigenbetriebs, und Tobias Milbrat vom Stadtservice an der Walter-Spiller-Brücke am Hafen. Milbrat organisiert die Bekämpfung und ist Ansprechpartner, wenn neue Vorkommen entdeckt werden. „Die Bekämpfung funktioniert am einfachsten und besten mit heißem Wasser“, sagt Christian Loose. Dafür nutzt der Stadtservice ein Gerät, das erhitztes Wasser über eine Lanze in den Boden presst, um Nester mit vielen tausend Eiern zu zerstören. Nach Angaben der Stadt gibt es drei Einsätze pro Woche, dazu kommt ein Monitoring. „Ganz verschwinden wird Tapinoma magnum aber nicht mehr aus Offenbach“, sagt Loose.
Hinweis für Bürgerinnen und Bürger
Wer auf dem eigenen Grundstück erstmals die Große Drüsenameise feststellt, soll sich an den Kundenservice der Stadtwerke Offenbach wenden: 069/840004-545.















