Der Evangelische Regionalverband Frankfurt und Offenbach stattet seine rund 80 Betreuungseinrichtungen für Kinder mit einem weitreichenden Hitzeschutz aus. Für das Vorhaben stellt die Diakonie eine Million Euro zur Verfügung. Mit diesem Schritt reagiert der Träger auf die wachsenden gesundheitlichen Belastungen durch häufiger auftretende sowie länger andauernde Wärmeperioden und möchte den laufenden Betrieb auch an heißen Tagen aufrechterhalten.
Bauliche Maßnahmen und moderne Technik gegen hohe Temperaturen
Wie die Verwaltung mitteilt, sollen erste Umrüstungen bereits im laufenden Jahr realisiert werden. An zahlreichen Standorten lassen die Verantwortlichen unter anderem Sonnensegel spannen sowie spezielle Schutzfolien an den Fenstern anbringen. Zudem umfasst das Vorhaben die Automatisierung von Jalousien und die technische Weiterentwicklung bestehender Lüftungsanlagen. Um den klimatischen Herausforderungen zu begegnen, plant die Diakonie ferner Konzepte, die eine Auskühlung der Gebäude in den Nachtstunden ermöglichen. An geeigneten Standorten prüfen Fachleute darüber hinaus den nachträglichen Einbau von Kühlregistern oder die Nutzung von energieeffizienten Systemen, die Wärmepumpen mit Photovoltaikanlagen kombinieren.
Diakon Carsten Baumann, Geschäftsführer des Fachbereichs Evangelische Kindertagesstätten, ordnet die Prioritäten der Bauvorhaben ein: „Wir setzen auf passgenaue Lösungen für jede Einrichtung. Wo immer möglich, haben bauliche Maßnahmen wie Verschattung und Nachtauskühlung Vorrang. Ergänzend prüfen wir moderne technische Lösungen. So schaffen wir für Kinder und Mitarbeitende auch an heißen Tagen ein möglichst sicheres und gesundes Umfeld.“
Ein vierstufiger Alarmplan regelt den Betreuungsalltag ab 26 Grad
Neben den technischen Nachrüstungen hat der Fachbereich zudem einen verbindlichen Ablaufplan etabliert, der bei steigenden Temperaturen greift. Sobald das Thermometer im Innen- oder Außenbereich die Marke von 26 Grad Celsius erreicht, aktiviert das Personal ein vierstufiges Ampelsystem. Dieses Konzept gibt den Erzieherinnen und Erziehern konkrete Handlungsanweisungen vor, zu denen beispielsweise die konsequente Verschattung der Räumlichkeiten, die Anpassung der täglichen Abläufe, das Ausweichen in kühlere Gebäudeteile sowie das Bereitstellen zusätzlicher Trinkangebote zählen.
Das erklärte Ziel dieser engmaschigen Vorgaben ist es, gesundheitliche Belastungen bei der Belegschaft und den betreuten Kindern zu verhindern. Die Verantwortlichen betonen in diesem Zusammenhang, dass die Schließung einzelner Gruppen oder ganzer Kindertagesstätten unbedingt die absolute Ausnahme bleiben soll. Eine Einschränkung des regulären Kitabetriebs kommt erst dann als letztes Mittel infrage, wenn sich eine sichere Betreuung trotz aller ausgeschöpften Schutzmaßnahmen nicht mehr gewährleisten lässt.
Der Verbandsleiter und Diakoniepfarrer Markus Eisele sieht in der erheblichen finanziellen Kraftanstrengung eine notwendige Anpassung an die veränderten klimatischen Bedingungen. Er begründet das Vorgehen des Regionalverbandes wie folgt: „Der Klimawandel ist in unseren Kindertagesstätten längst angekommen. Kinder zählen zu den besonders hitzegefährdeten Menschen. Deshalb handeln wir jetzt entschlossen und investieren gezielt in den Hitzeschutz unserer Einrichtungen. Diese Million Euro ist eine Investition in Gesundheit, Fürsorge und gute Bildungsorte.“
















