In Offenbach erhalten Haushalte derzeit vermehrt Post von fremden Unternehmen, die den schnellen Einbau digitaler Stromzähler bewerben. Der regionale Netzbetreiber Energienetze Offenbach GmbH warnt vor diesen Schreiben, da sie bei den Empfängern den falschen Eindruck erwecken, eine rasche Umrüstung sei gesetzlich vorgeschrieben oder bringe den Verbrauchern automatische finanzielle Vorteile. Nach Angaben der Netzgesellschaft besteht für die Bürgerinnen und Bürger keinerlei Pflicht, auf die Offerten einzugehen oder private Verträge mit den Absendern abzuschließen.
Externe Anbieter sorgen bei Haushalten für Verunsicherung
Hinter den Anschreiben stehen laut dem Offenbacher Versorger nicht die eigenen Dienste, sondern externe Firmen, die als Konkurrenten auf dem Markt für den Zählerbetrieb aktiv sind. Harald Hofmann, Sprecher der Muttergesellschaft Energieversorgung Offenbach AG, ordnet das Vorgehen wie folgt ein: „Die aktuell kursierenden Schreiben stammen nicht von unserer Tochtergesellschaft ENO, sondern von wettbewerblichen Messstellenbetreibern. Diese bieten ihre Leistungen am freien Markt an. Die Darstellung in den Briefen ist jedoch bewusst missverständlich und führt hierdurch zu Verunsicherung bei vielen Kundinnen und Kunden.“
Gesetzlicher Zählertausch erfolgt planmäßig durch die Netzgesellschaft
Die eigentliche Umrüstung der Messeinrichtungen ist gesetzlich geregelt und wird in der Region Offenbach durch den zuständigen Messstellenbetreiber schrittweise umgesetzt. Diese Aufgabe übernimmt vor Ort die Energienetze Offenbach GmbH nach einem festen Zeitplan. Bis spätestens zum Jahr 2032 werden alle alten, analogen Stromzähler nach und nach durch digitale Modelle ersetzt. Betroffene Haushalte müssen hierfür nicht selbst aktiv werden, da die Netzgesellschaft die Kunden rechtzeitig vor einem anstehenden Wechsel informiert. Vollwertige intelligente Messsysteme, die Daten über eine Kommunikationseinheit übertragen, sind zudem nur für bestimmte Verbrauchergruppen vorgesehen. Dazu zählen Haushalte mit einem hohen Stromverbrauch oder dem Betrieb spezieller Anlagen wie Wärmepumpen, Solarmodulen oder Ladestationen für Elektroautos.
Versteckte Kosten hinter vermeintlich kostenfreien Angeboten
Das Versprechen der externen Werbebriefe, durch den Einbau eines intelligenten Zählers automatisch Geld zu sparen, trifft nach Angaben des regionalen Netzbetreibers nicht zu. Ob tatsächliche finanzielle Vorteile entstehen, hängt vom jeweiligen Stromtarif und dem individuellen Verbrauch ab. Zudem weisen die Verantwortlichen darauf hin, dass die Offerten fremder Firmen häufig an separate Laufzeitverträge mit laufenden Gebühren geknüpft sind. Auch wenn mit einem kostenlosen Einbau geworben wird, fallen für den anschließenden Betrieb des Zählers oft regelmäßige Entgelte an. Sprecher Harald Hofmann empfiehlt den Verbrauchern daher Zurückhaltung beim Umgang mit der Post: „Unser Rat ist klar: Prüfen Sie entsprechende Schreiben sorgfältig, unterschreiben Sie nichts unter Zeitdruck und lassen Sie sich im Zweifel unabhängig beraten“. Bei Fragen stehe die Energienetze Offenbach GmbH den Kunden als Ansprechpartner in der Region zur Seite. Das Unternehmen ist eine hundertprozentige Tochter der Energieversorgung Offenbach AG und für die Planung, den Bau, den Betrieb sowie die Instandhaltung der lokalen Netze für Strom, Erdgas, Fernwärme und Wasser zuständig.
















