Kurz vor den Sommerferien hat sich die Situation auf dem regionalen Arbeitsmarkt wieder verschlechtert. Nach Angaben der Offenbacher Arbeitsagentur stieg die Zahl der Erwerbslosen im gesamten Bezirk im Juni auf 19.425 Personen an. Das entspricht einem Zuwachs von 453 Menschen im Vergleich zum Vormonat. Gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum im Juni 2025 kletterte die Zahl sogar um 898 Betroffene. Die aktuelle Arbeitslosenquote der Region liegt damit bei 6,8 Prozent, nachdem sie im Mai noch bei 6,7 Prozent und vor einem Jahr bei 6,6 Prozent gelegen hatte. Die Leiterin der Offenbacher Arbeitsagentur, Carmen Giss, rechnet aufgrund der bevorstehenden Ferienzeit vorerst nicht mit einer Entspannung. Sie ordnet die aktuelle Entwicklung ein: „Nach einer kurzen Erholung ist die Arbeitslosigkeit im Juni wieder angestiegen, vor allem in der Arbeitslosenversicherung – also dort, wo die Personen gemeldet sind, die nach einer Beschäftigung arbeitslos werden. Zuwächse gab es aber auch bei der Grundsicherung. Das wird mit dem Beginn der Sommerferien nicht besser werden.“
Unterschiedliche Entwicklungen bei der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung
Ein differenzierter Blick auf die Region zeigt dabei gegensätzliche Tendenzen. In der Stadt Offenbach waren im vergangenen Monat 7.624 Frauen und Männer ohne Job gemeldet. Dies bedeutet einen leichten Anstieg von 95 Personen gegenüber dem Mai und ein Plus von 43 Betroffenen im Vergleich zum Vorjahr. Die städtische Arbeitslosenquote erhöhte sich somit von 9,2 auf 9,3 Prozent, was exakt dem Niveau vom Juni 2025 entspricht. Positiv entwickelte sich in der Kommune hingegen die Zahl der regulären Arbeitsplätze. Mit Stichtag im Dezember des vergangenen Jahres registrierten die Behörden 57.754 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Dies stellt einen Zuwachs von 2,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal dar. Agenturleiterin Giss hebt diesen Aspekt besonders hervor: „Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ist im Vergleich zum Vorjahr nirgendwo in Hessen so stark gewachsen wie im Offenbacher Agenturbezirk. Dies ist vor allem der Entwicklung in der Stadt Offenbach geschuldet. Dennoch verharrt der Arbeitskräftebedarf auf niedrigem Niveau“.
Im Landkreis Offenbach fiel die Entwicklung auf dem Stellenmarkt hingegen leicht negativ aus. Dort schrumpfte die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im selben Zeitraum um 0,2 Prozent auf insgesamt 137.764 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Gleichzeitig stieg die Zahl der Arbeitslosen im Kreisgebiet im Juni auf 11.801 Personen an. Das sind 358 Erwerbslose mehr als noch im Mai und ein deutlicher Anstieg von 855 Menschen gegenüber dem Vorjahresmonat. Entsprechend kletterte die Arbeitslosenquote im Landkreis von 5,6 Prozent im Vormonat auf nun 5,8 Prozent. Im Juni des Vorjahres hatte dieser Wert noch bei 5,4 Prozent gelegen.
Späte Entscheidungen prägen derzeit die Vermittlung auf dem Ausbildungsmarkt
Neben dem regulären Arbeitsmarkt richtet die Arbeitsagentur ihr Augenmerk aktuell auch auf die Vergabe von Ausbildungsplätzen. In diesem Bereich zeichnet sich ein Trend zu immer späteren Vertragsabschlüssen ab. Laut den Erkenntnissen der Behörde zögern sowohl die suchenden Betriebe als auch die potenziellen Nachwuchskräfte zunehmend damit, sich endgültig festzulegen. Die Behördenchefin appelliert daher an die Unternehmen der Region: „Am Ausbildungsmarkt ist noch vieles in Bewegung. Betriebe wie Ausbildungssuchende neigen dazu, ihre Entscheidungen immer später im Jahr zu fällen. Ausbildungsbetriebe sind gut beraten, bei der Suche nach Auszubildenden auch jetzt noch unseren Arbeitgeber-Service einzuschalten.“
















