Nach langen Verhandlungen haben sich die Frankfurter Wohnungsbaugesellschaft ABG und die Stadt Offenbach auf die Zukunft des früheren KWU-Areals am Kaiserlei geeinigt. Der Magistrat hat den entsprechenden Letter of Intent beschlossen, der nun der Stadtverordnetenversammlung zur endgültigen Entscheidung vorgelegt wird. Das weithin sichtbare „Gerippe“ am westlichen Stadteingang soll weichen – an seiner Stelle entsteht das neue „Kaiserviertel“ mit Wohnungen, Gewerbeflächen und sozialer Infrastruktur.
Oberbürgermeister Felix Schwenke sprach von einem „für Offenbach und für die Region durch und durch nützlichen Vorhaben“. Es entstehe ein lebendiges Quartier, das Wohnen und Arbeiten vereine. Auch Frankfurts Oberbürgermeister Mike Josef betonte die Bedeutung der Kooperation für die Region.
Wohnraum, Gewerbe und soziale Infrastruktur
Auf dem Gelände sollen 1.179 Mietwohnungen entstehen, darunter 354 öffentlich geförderte Wohnheimplätze für Studierende. Zusätzlich sind zehn Prozent der Wohnfläche für geförderte Wohnungen vorgesehen. Insgesamt werden damit rund 23 Prozent der Wohnfläche sozial gebunden sein. Ergänzt wird das Projekt durch Gewerbeflächen entlang der Strahlenberger Straße, ein Parkhaus und ein neu errichtetes Hotel.
ABG-Geschäftsführer Frank Junker kündigte an, dass das Unternehmen „Neubau mit hoher Wohnqualität, hohem Energieeffizienzstandard, sozialer Durchmischung und sinnvoller Infrastruktur“ umsetzen werde. Insgesamt plant die ABG Investitionen in Höhe von mehr als 500 Millionen Euro. Der Abriss der Türme ist für Frühjahr 2026 vorgesehen, die Fertigstellung ab 2029.
Klimaschutz, Mobilität und Kita-Plätze
Das Projekt erfüllt die städtischen Anforderungen des Klimaschutzkonzepts 2035. Dachbegrünung, versickerungsfähige Flächen und ein Energiekonzept sollen das Schwammstadtprinzip umsetzen. Vorgesehen sind 737 Stellplätze – 0,6 pro Wohnung – sowie zusätzliche Fahrradabstellplätze. Zudem wird eine Kindertagesstätte errichtet, deren Kosten von der ABG getragen werden.
Politischer Rückhalt und nächste Schritte
Die Einigung wird parteiübergreifend unterstützt. CDU und Linke lobten die gefundene Lösung, auch wenn die Linke einen höheren Anteil geförderter Wohnungen gefordert hatte.
Die Offenbacher Wohnungsbaugesellschaft GBO erhält die Option, die geförderten Wohnungen künftig zu übernehmen und zu betreiben. Die Entscheidung darüber soll 2027 fallen.
Oberbürgermeister Schwenke bezeichnete das Ergebnis als „einen guten Tag für Offenbach und die Region“. Mit dem neuen Kaiserviertel werde ein Meilenstein für die Entwicklung des Kaiserlei gesetzt.














