Für die geplante Sanierung und Neukonzeption des Deutschen Ledermuseums in Offenbach stellt das Land Hessen bis zu 11 Millionen Euro bereit. Das geht aus einer Absichtserklärung zwischen dem Land Hessen und der Stadt Offenbach hervor, die der Magistrat bereits befürwortet hat. Endgültig muss die Stadtverordnetenversammlung noch zustimmen.
Mit der Zusage ist ein weiterer wichtiger Finanzierungsbaustein für das Projekt gesichert. Neben dem Land hat auch der Bund eine Förderung von bis zu 20 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Empfänger der Mittel ist die Stadt Offenbach, die auch für die Umsetzung verantwortlich ist. Zugleich trägt sie nach den Vereinbarungen die Verantwortung für die Gesamtfinanzierung sowie für mögliche Baukostensteigerungen und andere Risiken.
Sanierung soll Gebäude und Sammlung sichern
Nach Darstellung der Stadt und des Landes geht es bei dem Vorhaben nicht nur um eine bauliche Erneuerung, sondern um die langfristige Sicherung des Museumsstandorts und seiner Sammlung. Oberbürgermeister Felix Schwenke verweist auf den baulichen Zustand des Hauses und die Bedeutung des Museums für Offenbach. „Das mittlerweile ziemlich marode Gebäude muss saniert werden, damit es überhaupt dauerhaft geöffnet bleiben kann“, sagte er. Auch die Ausstellungs- und Aufbewahrungsmöglichkeiten müssten verbessert werden, um die historisch bedeutsame Sammlung dauerhaft zu sichern.
Geplant sind unter anderem die Sanierung und Anpassung der bestehenden Gebäude, neue Ausstellungs- und Depotflächen, bessere klimatische Bedingungen zum Schutz der Objekte, ein modernes Beleuchtungssystem, eine optimierte Besucherführung und vollständige Barrierefreiheit.
Mehr als 30.000 Objekte müssen ausgelagert werden
Ein zentraler Schritt vor Beginn der Bauarbeiten ist die Auslagerung der Sammlung. Dafür müssen nach Angaben des Museums mehr als 30.000 Objekte aus den Depots entnommen, gereinigt, gegen Schädlingsbefall behandelt, digital erfasst und für den Transport in ein Interimsdepot vorbereitet werden.
Museumsdirektorin Inez Florschütz sieht in dem Vorhaben eine grundlegende Weichenstellung für die Zukunft des Hauses. „Durch Sanierung und Umbau wird das Deutsche Ledermuseum mit seiner hochkarätigen, weltweit einmaligen Sammlung zu einem Ort werden, der entscheidend zu einem zukunftsweisenden Image der einstigen Lederstadt Offenbach am Main beiträgt“, sagte sie. Das neu gestaltete Museum könne sich als Bildungs-, Informations- und Veranstaltungsort mit nationaler und internationaler Ausstrahlung weiterentwickeln.
Land und Stadt betonen Bedeutung des Hauses
Auch Hessens Kunst- und Kulturminister Timon Gremmels hebt die überregionale Bedeutung des Museums hervor. Das Deutsche Ledermuseum sei ein kulturelles Aushängeschild für Offenbach und Hessen. Mit dem Umbau sollen nach seinen Worten bessere Voraussetzungen für Vermittlung, Aufbewahrung und Forschung geschaffen werden.
Baudezernent Paul-Gerhard Weiß betont neben der funktionalen Erneuerung auch die städtebauliche Wirkung des Projekts. Von der Neugestaltung des denkmalgeschützten Hauptgebäudes und des Vorplatzes erwarte die Stadt positive Impulse für das Umfeld.
Mit der nun avisierten Finanzierung durch Bund und Land rückt die umfassende Erneuerung des Museums einen entscheidenden Schritt näher. Für Offenbach geht es dabei nicht nur um ein traditionsreiches Haus, sondern auch um den Erhalt eines international bedeutenden Sammlungsstandorts.
















