Rund 400 Schülerinnen und Schüler sowie zahlreiche Passanten haben sich am vergangenen Donnerstag im Offenbacher Ringcenter über den sicheren Umgang mit digitalen Inhalten und weitere gesellschaftliche Themen informiert. Anlass war der 17. Präventionstag der Stadt, der in diesem Jahr schwerpunktmäßig den Medienkonsum von Heranwachsenden thematisierte. Neben interaktiven Angeboten für Schulklassen stand eine Podiumsdiskussion im Zentrum der Veranstaltung.
Experten fordern mehr Medienkompetenz anstelle von Verboten
Eröffnet wurde der städtische Aktionstag durch Stadtrat Wolfgang Malik und Carina Lerch, Einsatzleiterin des Polizeipräsidiums Südosthessen. In der anschließenden, von Marcus Schenk moderierten Gesprächsrunde debattierten Vertreter des Offenbacher Kinder- und Jugendparlaments, der Leibnizschule, der Medien-Etage des Jugendamts sowie der Suchthilfe über das digitale Verhalten von Schülern. Die Experten stellten dabei fest, dass exzessives Spielen, Online-Shopping und die ständige Nutzung sozialer Netzwerke bei jungen Menschen zunehmend Suchtmerkmale aufweisen. Dennoch sprach sich das Podium gegen pauschale Verbote aus und plädierte stattdessen für eine stärkere Vermittlung von Medienkompetenz durch Eltern, Schulen und die Politik. Gleichzeitig forderten die Diskussionsteilnehmer, die Betreiber der digitalen Plattformen stärker in die Verantwortung zu nehmen, da diese von der intensiven Nutzung durch die Heranwachsenden maßgeblich profitierten. Bürgermeister Andreas Bruszynski unterstrich diesen präventiven Ansatz: „Es ist wichtig, dass wir den Jugendlichen die Werkzeuge mitgeben, die sie brauchen, um sich in der digitalen Welt sicher bewegen zu können. Veranstaltungen wie der Präventionstag sind dafür eine gute Unterstützung. Die vielfältigen Angebote tragen dazu bei, dass sich die Besuchenden umfassend informieren können. Ich danke allen Beteiligten für die Organisation und Durchführung dieses wichtigen Aktionstages.“
Sensibilisierung durch Theaterstücke und praxisnahe Workshops
Um die weitreichenden Folgen von Cybermobbing und dem missbräuchlichen Umgang mit sozialen Netzwerken greifbar zu machen, führte das People‘s Theater Offenbach im Anschluss ein szenisches Stück auf. Die Darbietung enthielt Auszüge aus etablierten Kompetenztrainings, die regulär an nahezu allen Schulen im Stadtgebiet zum Einsatz kommen. Ergänzend dazu durchliefen die anwesenden Schulklassen verschiedene Workshops. Während das Kinder- und Jugendparlament in Zusammenarbeit mit der Partnerschaft für Demokratie über manipulierte Nachrichten und sogenannte Deepfakes aufklärte, informierten Vertreter des Deutschen Roten Kreuzes über die laufenden Jugendprojekte „HeRoes“, „SHEROES“ und „Meschugge“. Am Stand des Suchthilfezentrums konnten die Besucher mithilfe von speziellen Rauschbrillen die motorischen Einschränkungen durch Alkohol- und Drogenkonsum simulieren. An weiteren Informationsständen im Innen- und Außenbereich des Einkaufszentrums luden Institutionen wie die Verkehrswacht oder die Caritas zu Mitmachaktionen ein, darunter Bremsreaktionstests, Überprüfungen der eigenen Bildschirmzeit und Umfragen zu einer möglichen Altersbeschränkung für soziale Medien.
Zivilschutzübungen und Ausblick auf das kommende Jahr
Der diesjährige Präventionstag fiel zeitlich mit dem bundesweiten Warntag zusammen. Als um 11 Uhr die städtischen Sirenen auslösten und die Mobiltelefone der Besucher alarmierten, nutzte die anwesende Feuerwehr die Gelegenheit für direkte Aufklärungsarbeit. Die Einsatzkräfte erklärten das richtige Verhalten in Krisensituationen und gaben praktische Hinweise zur Bevorratung von haltbaren Lebensmitteln für den Notfall. Organisiert wurde die Gesamtveranstaltung von der Geschäftsstelle Kommunale Prävention des Ordnungsamtes. Deren Leiter, Daniel Krüger, kündigte eine Fortsetzung der Reihe an und zog ein abschließendes Fazit: „Ich bin auch in diesem Jahr erstaunt, wie breit das Angebot in Offenbach in den vielen Präventionsbereichen ist und wie viele engagierte Menschen, vor allem auch Ehrenamtliche sich tagtäglich für ein besseres Miteinander, für Hilfe in besonderen Lebenslagen und die Stärkung unserer Demokratie einsetzen. Der Tag bietet aber auch immer wieder die Möglichkeit, sich mit Expertinnen und Experten zu vernetzen und zu Fachthemen auszutauschen. Wir wollen auch im kommenden Jahr wieder den Offenbacher Präventionstag veranstalten.“















