Die Offenbacher Bevölkerung erledigt behördliche Angelegenheiten immer häufiger über das Internet. Im ersten Halbjahr 2026 gingen im Bürgerbüro insgesamt 67.269 digitale Anträge ein, deren Bearbeitung zu einem großen Teil automatisch erfolgte. Damit übertraf die Zahl der Online-Vorgänge im selben Zeitraum die insgesamt 63.610 persönlichen Vorsprachen von Bürgerinnen und Bürgern mit Termin am Standort in der Kaiserstraße 39. Ein besonders starkes Wachstum verzeichnet die Verwaltung derzeit im Bereich der Fahrzeugzulassungen.
Melderegister und Briefwahl werden besonders häufig genutzt
An der Spitze der digitalen Dienstleistungen stehen nach Angaben der Stadt Abfragen aus dem Melderegister, die in den ersten sechs Monaten des Jahres genau 43.133 Mal elektronisch durchgeführt wurden. Den zweiten Platz belegen die Online-Anträge für Briefwahlunterlagen anlässlich der Kommunalwahl, die mit 11.733 Vorgängen zu Buche schlagen. Zudem beantragten die Menschen in Offenbach auf digitalem Weg rund 5.000 Bewohnerparkausweise sowie in 3.868 Fällen die Abmeldung eines Kraftfahrzeugs.
Deutlicher Zuwachs bei den Zulassungen im Fahrzeugbereich
Ein überproportionaler Anstieg zeigt sich bei den Online-Diensten rund um das Auto. In der ersten Jahreshälfte registrierte die Behörde 4.969 Transaktionen über das Kfz-Portal. Hochgerechnet auf das gesamte Jahr ergibt sich daraus ein Plus von etwa 47 Prozent im Vergleich zum Vorjahr 2025, in dem insgesamt 6.759 Vorgänge erfasst wurden. Amtsleiterin Martina Fuchs erklärt dazu: „Besonders deutlich ist die Steigerung bei den Zulassungsvorgängen über das Kfz-Portal.“ Neben Abmeldungen wachsen auch die Zahlen bei Neuzulassungen, Umschreibungen, Wiederzulassungen sowie bei der Änderung der Adresse nach einem Umzug. Die Nutzung dieser Dienste liegt aktuell rund 27 Prozent über den Vorjahreswerten. Den Grund für diese Entwicklung sieht das Bürgerbüro vor allem in den gesetzlichen Rahmenbedingungen und betont: „Die Regelungen zum sofortigen Losfahren mit einer vorläufigen Zulassungsbescheinigung machen diesen Dienst zunehmend attraktiv“.
Digitale Dienste entlasten das Personal für persönliche Gespräche
Für die Stadtführung ist der positive Trend ein Beleg für den Nutzen der elektronischen Verwaltungsbereiche. Stadtkämmerer und Sozialdezernent Martin Wilhelm bewertet die Entwicklung wie folgt: „Die steigenden Nutzungszahlen zeigen, dass unsere Bemühungen im Bereich der Digitalisierung bei den Bürgerinnen und Bürgern ankommen. Wer Anliegen bequem von zu Hause oder unterwegs erledigen kann, spart Zeit und Wege. Gleichzeitig gewinnen unsere Mitarbeitenden mehr Spielraum für die persönliche Beratung dort, wo sie besonders gebraucht wird. Davon profitieren sowohl die Menschen in Offenbach als auch die Leistungsfähigkeit unserer Verwaltung“.
Stadtverwaltung ergänzt das Angebot um drei neue Funktionen
Um den Bürgerinnen und Bürgern den Gang zum Amt weiter zu ersparen, hat die Verwaltung ihr digitales Portfolio kürzlich um zusätzliche Services erweitert. Seit Kurzem besteht die Möglichkeit, Nebenwohnungen über das Internet anzumelden. Zudem lassen sich nun auch die Abmeldung bei einem Umzug ins Ausland sowie die Befreiung von der Ausweispflicht elektronisch beantragen. Obwohl die Behörde bei diesen spezifischen Dienstleistungen keine massiven Fallzahlen erwartet, dienen die Erweiterungen dazu, das Online-Angebot schrittweise zu vervollständigen.
















