Am Landgericht Darmstadt hat am Dienstagnachmittag der Prozess gegen einen 32 Jahre alten Mann begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem zuletzt in Offenbach wohnhaften Angeklagten unter anderem den Mord an drei Menschen vor. Der Beschuldigte soll Ende des vergangenen Jahres durch eine drastische Geschwindigkeitsüberschreitung auf der Offenbacher Mühlheimer Straße einen Verkehrsunfall verursacht haben, bei dem drei Menschen ihr Leben verloren (wir berichteten).
Kollision im Gegenverkehr nach Fahrt mit 140 Stundenkilometern
Laut den Vorwürfen der Anklage ereignete sich der verheerende Zusammenstoß am 30. November 2025. Der 32-jährige Edin D. soll an diesem Tag mit einem VW Golf auf der mehrspurigen Mühlheimer Straße in Fahrtrichtung Mühlheim unterwegs gewesen sein. Dabei beschleunigte er seinen Wagen den Ermittlungen zufolge auf eine Geschwindigkeit von mehr als 140 Stundenkilometern, obwohl in diesem innerörtlichen Bereich lediglich Tempo 50 zulässig ist. Im Zuge eines Ausweichmanövers geriet das Fahrzeug des Mannes auf die Gegenfahrbahn. Dort prallte der Wagen frontal mit einem entgegenkommenden Auto zusammen. Die drei Insassen dieses Wagens, die im Alter von 66, 88 und neun Jahren waren und derselben Familie angehörten, erlitten durch die Wucht des Aufpralls tödliche Verletzungen. Sie verstarben entweder noch an der Unfallstelle oder wenig später in einem Krankenhaus.
Haftbefehl stützt sich auch auf Verdacht eines illegalen Autorennens
Nach den Untersuchungen der Offenbacher Kriminalpolizei und der Zweigstelle Offenbach der Staatsanwaltschaft Darmstadt erließ das zuständige Amtsgericht einen Haftbefehl gegen den 32-Jährigen. Neben dem Vorwurf des Mordes basiert dieser auch auf dem Verdacht eines verbotenen Kraftfahrzeugrennens sowie eines gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr. Ermittler nahmen den Beschuldigten daraufhin am 23. Dezember 2025 an seiner Wohnadresse in Offenbach fest. Seit diesem Tag sitzt der Mann ununterbrochen in Untersuchungshaft. Zum Zeitpunkt der damaligen Inhaftierung stand das abschließende Gutachten eines Sachverständigen zur exakten Unfallursache noch aus.
Zweiter Autofahrer wegen Verdachts auf Verkehrsunfallflucht im Visier
Parallel zu dem nun gestarteten Gerichtsverfahren gegen den mutmaßlichen Hauptverursacher dauern die Ermittlungen gegen einen weiteren Verkehrsteilnehmer an. Im Fokus der Behörden steht ein 60 Jahre alter Mann, der zum Unfallzeitpunkt einen schwarzen Audi steuerte. Ihm wird zur Last gelegt, sich nach der folgenschweren Kollision zunächst unerlaubt vom Ort des Geschehens entfernt zu haben. Er muss sich daher gesondert wegen des Verdachts der Verkehrsunfallflucht verantworten.















