Nach dem Verdacht auf ein schweres Sexualdelikt am Offenbacher Marktplatz in der Nacht zum vergangenen Freitag (wir berichteten) befinden sich drei Männer in Untersuchungshaft. Den Beschuldigten wird vorgeworfen, sich gemeinschaftlich an einer 63 Jahre alten Frau vergangen zu haben.
Richter schickt wohnsitzlose Männer in unterschiedliche Gefängnisse
Die Kriminalpolizei und die Staatsanwaltschaft konnten die drei Tatverdächtigen im Alter von 38, 48 und 49 Jahren noch am Tag der mutmaßlichen Tat festnehmen. Dabei wurden die Ermittler von Einsatzkräften der Stadtpolizei Offenbach unterstützt. Wie die Behörden mitteilen, haben die drei Männer keinen festen Wohnsitz. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft wurden die Beschuldigten am Samstag einem Ermittlungsrichter am Amtsgericht Darmstadt vorgeführt. Dieser erließ gegen das Trio einen Haftbefehl wegen des Verdachts der gemeinschaftlich begangenen Vergewaltigung. Die Männer wurden im Anschluss in verschiedene Haftanstalten gebracht.
Opfer und mutmaßliche Täter lernten sich kurz vor der Tat kennen
Nach dem aktuellen Stand der Ermittlungen trafen die drei Männer und das 63-jährige Opfer erst kurz vor dem Vorfall aufeinander. Zudem gehen die Behörden davon aus, dass die Beteiligten im Vorfeld Alkohol konsumiert hatten. Das Geschehen hatte in den frühen Morgenstunden des Freitags seinen Lauf genommen. Passanten hatten gegen 4:45 Uhr die Polizei alarmiert, nachdem sie sexuelle Handlungen der Gruppe beobachtet hatten. Die Auswertung von Aufnahmen der städtischen Videoüberwachung am Marktplatz erhärtete den Verdacht, dass die Handlungen gegen den Willen der Frau stattfanden. Das Opfer kam nach dem Vorfall zur medizinischen Versorgung in ein Krankenhaus.
Stadtspitze verurteilt den mutmaßlichen Übergriff auf das Schärfste
Nach der Inhaftierung der drei Verdächtigen hat sich nun auch die Offenbacher Stadtspitze zu dem Vorfall geäußert. Oberbürgermeister Felix Schwenke und Bürgermeister Andreas Bruszynski hatten mit einer öffentlichen Stellungnahme zunächst gewartet, um die laufenden Ermittlungen nicht zu behindern. In einer gemeinsamen Erklärung positionierten sie sich nun unmissverständlich: „Wir verurteilen den mutmaßlichen Übergriff in der Nacht zum 31. Juli auf das Schärfste. Es waren Männer, die eine Frau missbraucht haben sollen. Dass alle dabei offenbar stark alkoholisiert waren und sich kannten ist dabei weder Entschuldigung noch Ausrede. Gewalt durch Männer gegen Frauen ist ein gesamtgesellschaftliches Problem, das zeigt dieser Vorfall einmal mehr. ‘Nein heißt nein‘ bzw. ‚es heißt auch nur ja tatsächlich ja‘, dieser Grundsatz muss immer und zu jederzeit gelten. Nur die Frau alleine entscheidet, was mit ihrem Körper passiert. Hinter diesem Grundsatz stehen wir felsenfest. Wir sehen uns deshalb auch in Offenbach weiterhin auch selbst gefordert, das was die Stadt beitragen kann, zu Sicherheit und zum Schutz von Frauen beizutragen“. Die Politiker zeigten sich zudem übereinstimmend erleichtert, „dass die Landespolizei auch mit Unterstützung der Offenbacher Stadtpolizei noch am selben Tag alle Tatverdächtigen festnehmen konnte.“
Videotechnik und Personenkenntnis führen zu schnellen Festnahmen
Den raschen Fahndungserfolg führen die Verantwortlichen maßgeblich auf die installierte Überwachungstechnik und die örtlichen Einsatzkräfte zurück. Wie Bruszynski in seiner Funktion als Ordnungsdezernent mitteilte, sichtete die Stadtpolizei die Aufzeichnungen noch am Freitag. „Damit konnten durch die Stadtpolizei noch am selben Tag alle drei Tatverdächtigen überführt, festgenommen und der Landespolizei übergeben werden. Hierbei war die gute Personenkenntnis der Stadtpolizisten ausschlaggebend und sehr hilfreich“, so der Bürgermeister. Obwohl die Kameras die eigentliche Tat nicht verhindern konnten, verknüpft Bruszynski mit dem Ermittlungserfolg eine präventive Erwartung: „Möglicherweise erzeugt diese Kenntnis zukünftig ausreichend Hemmung bei potentiellen Tätern eine solche Tat wieder zu begehen.“
Ordnungsdezernent kündigt Ausbau der städtischen Sicherheitsstrukturen an
Der seit fünf Wochen amtierende Bürgermeister, der von Beruf Strafrechtsanwalt ist, kündigte vor dem Hintergrund des Vorfalls einen konsequenten Ausbau der kommunalen Sicherheitsstrukturen an. Geplant sind unter anderem verbesserte Arbeitsbedingungen für die Ordnungskräfte, vereinfachte Möglichkeiten zur aktiven Verfolgung sowie eine mögliche neue Priorisierung bei der Besetzung von Stellen. Zudem strebt Bruszynski eine gemeinsame Initiative mit Vertretern des Landes, benachbarten Kommunen sowie anderen Großstädten an. Ziel sei es, noch nicht ausgeschöpfte rechtliche Möglichkeiten im Bereich des Vollzugs zu prüfen. Die Notwendigkeit dieses Vorgehens unterstrich er abschließend: „Ohne Sicherheit und Durchsetzung des Rechts ist ein angemessenes städtisches Leben dauerhaft einfach nicht möglich“.
Kriminalpolizei bittet die Bevölkerung weiterhin um sachdienliche Hinweise
Die Spezialisten der Kriminalpolizei hatten bereits am Freitag am Tatort umfangreich Spuren gesichert. Die genauen Hintergründe sowie der detaillierte Ablauf der Tat sind weiterhin Gegenstand der laufenden polizeilichen Ermittlungen. Um den Fall lückenlos aufklären zu können, sind die Kriminalpolizei und die Staatsanwaltschaft nach wie vor auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen. Personen, die das Geschehen beobachtet haben oder andere wichtige Angaben machen können, werden dringend gebeten, sich zu melden. Entsprechende Hinweise nimmt die Kriminalpolizei in Offenbach unter der Telefonnummer 069 8098-1234 entgegen.















