Beim Kultur-Neujahrsempfang der Stadt Offenbach sind erstmals die neuen Kunststipendien „Soul OF Art“ vergeben worden. Aus knapp 50 Bewerbungen wählte eine Jury zwei Malerinnen aus, die mit ihren Projekten überzeugen konnten. Die Stadt hatte die Stipendien 2025 neu ausgeschrieben, um professionelle Kunst aus Offenbach gezielt zu fördern.
Haupt- und Förderstipendium vergeben
Das mit 8.000 Euro dotierte Hauptstipendium ging an Severine Henriette Meier für ihr Projekt „I don’t care“. Das Förderstipendium in Höhe von 4.000 Euro erhält Eyi Kim für ihr Vorhaben „Residual Walls“. Die Auswahl beschränkte sich bei der Premiere bewusst auf die Sparte Malerei; die künstlerischen Genres sollen künftig jährlich wechseln.
Oberbürgermeister und Kulturdezernent Dr. Felix Schwenke überreichte die Auszeichnungen. Er erklärte: „Die ‚Soul OF Art‘-Stipendien sollen ein klares Signal in die Offenbacher Kunstszene senden. Wir können nicht für alle etwas tun – aber wir wollen etwas tun, das prinzipiell jedem zugutekommen könnte.“
Jury hebt zeitgenössische Positionen hervor
Severine Henriette Meier, geboren an der Loire, studierte in Gent und Offenbach und schloss 2022 ihr Studium der Freien Kunst an der Hochschule für Gestaltung Offenbach ab. Ihre Arbeiten waren bereits in Einzel- und Gruppenausstellungen in mehreren deutschen Städten zu sehen. Die Jury würdigte die zeitgenössische Relevanz ihrer Malerei, die vertraute Bildmotive aufgreife und in eine eigenständige Bildsprache überführe. Der Projekttitel „I don’t care“ stehe dabei nicht für Gleichgültigkeit, sondern für eine bewusste Auseinandersetzung mit Zuschreibungen von Care-Arbeit, Körper und Rolle.
Das Förderstipendium ging an Eyi Kim, die aus Südkorea stammt und ihr Malereistudium 2024 ebenfalls an der Hochschule für Gestaltung Offenbach mit Diplom abschloss. Ihre Arbeiten wurden bereits in mehreren europäischen Städten ausgestellt. In ihrem Projekt „Residual Walls“ beschäftigt sie sich mit freigelegten Außenfassaden im urbanen Raum. Die Jury hob ihre Sensibilität für Licht, Farbe und Oberflächen hervor und betonte den konsequent malerischen Ansatz ihrer Arbeit.
Bewerbungsverfahren und Ausblick
Bewerben konnten sich bis Ende November professionelle Künstlerinnen und Künstler aus Offenbach. Über die Vergabe entschied eine Jury aus Vertreterinnen und Vertretern von Museen, Hochschulen und Kunstvereinen. Das Hauptstipendium richtet sich an bereits etablierte Kunstschaffende, das Förderstipendium an jüngere Künstlerinnen und Künstler oder an solche mit kurzer professioneller Laufbahn.
Nach Angaben der Stadt soll die nächste Ausschreibungsrunde in der zweiten Jahreshälfte 2026 starten. Ziel bleibe es, die lokale Kunstszene sichtbar zu stärken und dauerhaft zu unterstützen.















