Ab dem 6. August bietet sich den Bürgerinnen und Bürgern in der Offenbacher Fußgängerzone ein neuer Anlaufpunkt für Begegnungen und Naturerlebnisse. Im Innenhof des ehemaligen Postgebäudes am Aliceplatz 10 machen die sogenannten Interkontinentalen Gärten ihre Tore für die Öffentlichkeit zugänglich. Das urbane Begrünungsprojekt, das Teil der Veranstaltungsreihe World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026 ist, wird für eine erste Phase von neun Wochen an drei Tagen in der Woche kostenfrei nutzbar sein.
Feste Ansprechpartner und Angebote zur Abkühlung
Um den verschiedenen Alltagsrhythmen der Bevölkerung gerecht zu werden, variieren die Zeiten der Zugänglichkeit. Jeweils dienstags ist das Areal von 8 bis 12 Uhr geöffnet, während Interessierte donnerstags und sonntags zwischen 15 und 19 Uhr willkommen sind. Die Initiatoren richten sich mit diesen Zeitfenstern gleichermaßen an Familien, Senioren, Jugendliche sowie an Besucher und Einkäufer in der Stadtmitte. Während der Besuchszeiten ist stets eine Person aus der ehrenamtlichen Gartengruppe vor Ort, um die Gäste zu empfangen und Informationen über die Bepflanzung, die Geschichte des Geländes sowie die gemeinschaftliche Arbeit zu vermitteln. Neben Sitzgelegenheiten steht an heißen Sommertagen ein Becken mit kaltem Wasser zur Kühlung der Füße bereit, zudem wird zur Erfrischung Wasser mit frischen Kräutern aus dem eigenen Anbau gereicht.
Vom Hauptbahnhof in das Zentrum von Offenbach
Ihren Ursprung haben die Interkontinentalen Gärten im Jahr 2024. Damals startete das Projekt auf einer ungenutzten Brachfläche an einem alten Stellwerk nahe dem Hauptbahnhof. Engagierte Nachbarn, Studenten und Familien errichteten dort Hochbeete, kümmerten sich um die Pflanzen und etablierten künstlerische sowie kulinarische Bildungsformate. Jihae An, Mitgründerin der Initiative und Dozentin an der Frankfurt University of Applied Sciences, sieht in dem neuen Standort einen wichtigen Schritt der Sichtbarkeit: „Dass die Interkontinentalen Gärten nun mitten in der Innenstadt einen neuen Ort gefunden haben, ist eine besondere Chance: Hier wird sichtbar, wie gemeinschaftliches Engagement, Natur und kultureller Austausch Teil des urbanen Lebens werden können.“ Die Anlage soll Raum für Pflanzen, Insekten und Vögel bieten und gleichzeitig aufzeigen, wie Bürger selbstorganisiert das lokale Mikroklima und ökologische Bedingungen im städtischen Raum verbessern können.
Unterstützung durch die Stadt und wissenschaftliche Begleitung
Das Vorhaben wird durch die Agentur Mitte der Offenbacher Wirtschaftsförderung im Rahmen des städtischen Zukunftskonzepts Innenstadt unterstützt. Oberbürgermeister Felix Schwenke begrüßt die Entwicklung im Herzen der Kommune: „Eine lebendige Innenstadt lebt von den Menschen, die sie nutzen und mitgestalten. Die Interkontinentalen Gärten sind dafür ein tolles Beispiel: Hier kommen Menschen zusammen, lernen voneinander, tauschen sich aus und packen gemeinsam an. Das Projekt zeigt, wie wir mit dem Zukunftskonzept Innenstadt neue Ideen in unsere Stadtmitte bringen und sie Schritt für Schritt weiterentwickeln. Dass die Interkontinentalen Gärten Teil der World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026 sind, ist eine schöne Bestätigung für diesen Weg.“ Nach Ablauf der regulären Öffnungsphase im Herbst rückt die Gartenanlage zudem in den Fokus der Wissenschaft. Ab Oktober 2026 wird das Projekt im Bereich Kunst als Soziale Praxis an der Frankfurt University of Applied Sciences als Forschungs- und Praxisfeld begleitet. Dabei soll wissenschaftlich analysiert werden, inwiefern gemeinsames Gärtnern, Bauen und Organisieren das Vertrauen, das Zugehörigkeitsgefühl und gemeinschaftliche Lösungsansätze in der Gesellschaft fördern.















