Auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs in Offenbach entsteht ein neues Wohnquartier mit 65 Wohnungen und einer Kindertagesstätte. Das Projekt, das von der GBO (Gemeinnützige Baugesellschaft Offenbach) geplant wird, liegt in direkter Nachbarschaft zum zukünftigen Quartierspark und dem Emmy-Noether-Gymnasium.
Anstelle ebenerdiger Freiflächen erhalten die Wohnungen Balkone und eine gemeinschaftlich nutzbare Dachterrasse. Besonders bemerkenswert ist, dass alle Wohnungen für die soziale Mietwohnraumförderung des Landes Hessen angemeldet wurden. Anfang Februar stellte das Land hierfür die benötigten Fördermittel bereit.
Sozial geförderte Wohnungen für Haushalte mit geringem Einkommen
Ein wesentlicher Bestandteil des Bauvorhabens ist die soziale Durchmischung des Quartiers. Insgesamt 28 der 65 Wohnungen werden ausschließlich an Haushalte mit geringem Einkommen vermietet, was einem Anteil von 43 Prozent der Wohnfläche entspricht. Die restlichen 37 Wohnungen werden zu einem vergleichsweise günstigen Mietpreis von rund 15 Euro pro Quadratmeter auf dem freien Markt angeboten.
Zusätzlich werden 45 bereits sanierte Wohnungen aus dem Bestand der GBO neu in die Mietpreisbindung überführt und für Haushalte mit geringen Einkommen bereitgestellt. Damit entstehen insgesamt 73 neue Förderwohnungen, verteilt über verschiedene Standorte. Baudezernent Paul-Gerhard Weiß erklärt das Konzept: „In Summe wird es also 73 neue Förderwohnungen geben, die für Haushalte mit geringem Einkommen reserviert sind, 28 direkt vor Ort und 45 indirekt an anderer Stelle. So erreichen wir eine gute Mischung der Quartiere.“
Senioren-Etage mit besonderem Betreuungskonzept
Ein innovativer Aspekt des Bauprojekts ist die ausschließlich für Senioren vorgesehene Etage im ersten Obergeschoss. Hier entstehen 20 barrierefreie Ein- und Zweizimmerwohnungen, die speziell darauf ausgelegt sind, älteren Menschen ein möglichst langes, selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen.
Ein begrünter Laubengang soll nicht nur als Zugang zu den Wohnungen dienen, sondern auch als Begegnungsort für die Bewohner. Ergänzt wird das Konzept durch einen Gemeinschaftsraum und ein Büro für einen Pflegedienst, das direkte Unterstützung und Beratung vor Ort ermöglicht.
„Ziel ist es, ein Unterstützungs-Angebot zu schaffen, das es den Mieterinnen und Mietern ermöglicht, möglichst lange in der eigenen Wohnung zu bleiben“, erläutert Martin Wilhelm, Aufsichtsratsvorsitzender der GBO.
Stadt Offenbach unterstützt mit 2,2 Millionen Euro
Das besondere Konzept des Wohnprojekts verursacht zusätzliche Kosten, die durch die Stadt Offenbach mit 2,2 Millionen Euro aus der städtischen Wohnbauförderung abgefedert werden. Der Magistrat hatte diese Förderung bereits in seiner Sitzung im Dezember 2024 beschlossen.
Baubeginn für 2026 geplant
Derzeit befindet sich die GBO in Abstimmung mit der Bauaufsicht. Der Baubeginn ist für Anfang 2026 geplant. Wenn alles nach Plan verläuft, könnten die ersten Mieter in der ersten Jahreshälfte 2028 einziehen.















