Offenbach am Main ist laut einer aktuellen Analyse der HRlab GmbH die mutigste Gründerstadt Deutschlands. Im sogenannten Pionier-Score belegt Offenbach unter allen 400 deutschen Landkreisen und kreisfreien Städten den ersten Platz. Damit übertrifft die Stadt am Main nicht nur Metropolen wie Berlin oder München, sondern zeigt, dass Unternehmergeist auch abseits der großen Start-up-Zentren besonders stark ausgeprägt ist.
Mut zum Gründen trotz schwieriger Rahmenbedingungen
Der Pionier-Score von HRlab misst, wo Gründerinnen und Gründer unter besonders herausfordernden wirtschaftlichen Bedingungen aktiv sind. Offenbach erreicht mit 1.034 Punkten den bundesweit höchsten Wert. Entscheidend dafür ist die Kombination aus einer hohen Gründungsdynamik – 14 Gewerbeanmeldungen pro 1.000 Einwohner – und gleichzeitig schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die durch einen Strukturschwäche-Index von 74 abgebildet werden.
Im Ergebnis steht Offenbach vor Leverkusen (949 Punkte) und Berlin (817 Punkte). Am unteren Ende des Rankings liegt der Landkreis München mit 161 Punkten, wo trotz vieler Gewerbeanmeldungen die wirtschaftlichen Voraussetzungen als sehr günstig gelten. Das verdeutlicht, dass der Pionier-Score nicht misst, wo Gründen am einfachsten ist, sondern wo der unternehmerische Mut am größten ist.
Starkes Gründungsklima in Offenbach
Auch im sogenannten Neugründungs-Score, der ausschließlich tatsächliche Betriebsgründungen berücksichtigt, belegt Offenbach den ersten Platz. Mit 215 Punkten liegt die Stadt vor Berlin (195 Punkte) und Passau (194 Punkte). Diese Kennzahl zeigt, dass Offenbach nicht nur eine hohe Zahl an Gewerbeanmeldungen aufweist, sondern auch ein besonders aktives und belastbares Gründungsklima besitzt.
Laut HRlab zeigt sich hier, dass der Gründungswille in Offenbach trotz struktureller Herausforderungen außergewöhnlich ausgeprägt ist. Die Studie stellt heraus, dass viele Gründerinnen und Gründer dort unter Bedingungen tätig werden, die von niedrigeren Einkommen und höherer Arbeitslosigkeit geprägt sind – und damit besonders viel Eigeninitiative beweisen.
Unternehmergeist als Wirtschaftsfaktor
Der Analyse zufolge sind kleine und mittlere Unternehmen (KMU) das Rückgrat der deutschen Wirtschaft: Sie stellen über 99 Prozent aller Unternehmen und mehr als die Hälfte aller Arbeitsplätze. Doch vier von fünf Neugründungen müssen innerhalb der ersten drei Jahre wieder schließen – viele davon bereits im ersten Jahr. Der Erfolg hängt damit stark von den regionalen Bedingungen ab, in denen Gründerinnen und Gründer tätig werden.
Gerade in Städten wie Offenbach, wo die wirtschaftlichen Herausforderungen größer sind, hebt die Studie die Bedeutung des unternehmerischen Muts hervor. Offenbach steht laut HRlab beispielhaft für jene Regionen, in denen Menschen mit ihren Ideen und Projekten gegen schwierige Ausgangslagen anarbeiten und dadurch einen wichtigen Beitrag zur regionalen Entwicklung leisten.
So entstand die Untersuchung
Die Untersuchung der HRlab GmbH basiert auf einer umfassenden Analyse aller 400 deutschen Landkreise und kreisfreien Städte. Grundlage ist der Abgleich von zwei Kennzahlen: dem Strukturschwäche-Index, der auf Daten zu Beschäftigung, Einkommen, Bruttoinlandsprodukt und Steuereinnahmen basiert, sowie der Zahl der Gewerbeanmeldungen und Betriebsgründungen des Jahres 2024.
Die Daten stammen aus der Regionaldatenbank der Statistischen Ämter des Bundes sowie dem Portal „Wegweiser Kommune“. Mit dem daraus entwickelten Pionier- und Neugründungs-Score zeigt HRlab, wo in Deutschland besonders viele Menschen trotz wirtschaftlicher Hürden den Schritt in die Selbstständigkeit wagen.
Die HRlab GmbH ist ein Berliner Unternehmen, das auf datenbasierte Analysen im Bereich Arbeitsmarkt und Wirtschaft spezialisiert ist. Ziel der aktuellen Untersuchung ist es lt. HRlab, den Unternehmergeist in strukturell schwächeren Regionen sichtbar zu machen – und damit jenen Mut zu würdigen, der jenseits der großen Wirtschaftsmetropolen tagtäglich unter Beweis gestellt wird.















