Neun Menschen sind in Offenbach für ihr ehrenamtliches Engagement im Sport ausgezeichnet worden. Oberbürgermeister und Sportdezernent Dr. Felix Schwenke überreichte die Ehrungen am Mittwoch, 28. Januar, im Rathaus. Nach Angaben der Stadt wurden drei Frauen und sechs Männer geehrt. Grundlage war eine Beratung und Beschlussfassung in der Sportkommission.
Auszeichnungen nach Beschluss der Sportkommission
Fünf Personen erhielten die Sportplakette für hervorragende Verdienste um den Offenbacher Sport, drei die Silberne Sportehrennadel und eine Person den Sportehrenbrief der Stadt Offenbach am Main. Schwenke verwies in seiner Rede auf die Rolle der Vereine für Angebote „für Menschen jeder Altersgruppe“, für „geselliges Beisammensein“ und als „Ort für gelingende Integration“. Das Ehrenamt sei „unverzichtbar“, sagte der Oberbürgermeister.
Fünf Sportplaketten für langjähriges Engagement
Mit der Sportplakette wurde Jutta Gardon von der TSG 1847 Bürgel ausgezeichnet. Sie trat 1996 in die Karate-Abteilung ein, übernahm ab 1998 verschiedene Funktionen und ist nach Angaben der Stadt seit 2009 Abteilungsleiterin Karate. Als Co-Trainerin ist sie seit 2004 aktiv, zudem organisierte sie unter anderem eine jährliche Vereinsmeisterschaft sowie seit 2010 eine Karatefreizeit auf der Ronneburg. Seit 2020 ist sie außerdem Schriftführerin im Gesamtvorstand der TSG Bürgel. Schwenke sagte an sie gerichtet: „Menschen wie Sie halten eine ganze Abteilung mit am Leben – und sind damit auch eine Stütze für Ihren Verein, die TSG Bürgel“.
Ebenfalls die Sportplakette erhielt Siegfried Hildenbrand von Rot-Weiß Offenbach. Mitglied ist er seit 1980, spielte bis 1985 als Spielertrainer Fußball und war von 1985 bis 2003 unter anderem 2. Vorsitzender. Seit 2003 war er 1. Vorsitzender; in diese Zeit fiel der Bau eines Klubhauses, das nach Angaben der Stadt im November 2010 durch Brandstiftung zerstört wurde. Heute unterstütze er den aktuellen Vorsitzenden, so die Stadt. Schwenke sagte: „Die Aufgabe, als ehemaliger Vorsitzender die Nachfolger einerseits zu unterstützen und ihnen gleichzeitig aber auch den Raum zu lassen, ihre Aufgaben auf ihre eigene Art auszufüllen, ist Herrn Hildenbrand bei Rot-Weiß Offenbach gelungen“.
Hans Kaiser von der TSG 1847 Bürgel wurde ebenfalls mit der Sportplakette geehrt. Mitglied ist er seit 1962, war nach Angaben der Stadt Handballspieler und ab 1978 Jugendtrainer. Er führte eine männliche B-Jugend zur Meisterschaft und zum Aufstieg in die Oberliga. Von 2006 bis 2011 leitete er die Handballabteilung, seit 2011 ist er stellvertretender Abteilungsleiter. Von 2020 bis 2025 war er 2. Vorsitzender des Vereins, seit einem Jahr ist er 1. Vorsitzender. Schwenke sagte: „Das Erbe von Rolf-Dieter Elsässser anzutreten ist nicht ganz dankbar, außerdem ist die TSG Bürgel ein groß und breit aufgestellter Verein, mittlerweile der zweitgrößte in Offenbach. Hier Vorsitzender zu sein ist eine besonders herausfordernde Aufgabe“.
Auch Klaus Schürmann vom EOSC 1986 wurde mit der Sportplakette ausgezeichnet. Er ist nach Angaben der Stadt seit 1964 als Schwimmer aktiv und seit 1969 als Wasserballer. Er war über Jahrzehnte als Nachwuchstrainer und als Schwimmtrainer für Nichtschwimmer ab vier Jahren tätig und engagierte sich zudem in Funktionen im Verein und im Hessischen Schwimmverband, insbesondere in der Nachwuchsförderung im Wasserball. Schwenke sagte: „Heute klagen wir darüber, dass viele Kinder nicht mehr schwimmen können – an Ihnen lag es nicht“. Seit 2010 ist Schürmann nach Angaben der Stadt zudem Sportabzeichen-Prüfer für die Disziplin Schwimmen und beteiligt sich an den Sportabzeichentagen der Stadt.
Die fünfte Sportplakette ging an Sigrid Stih von der TSG 1847 Bürgel. Sie ist seit 1972 Mitglied, spielte bis 1997 Handball und war nach Angaben der Stadt von 1978 bis 2014 als Trainerin im Handball aktiv. Seit 1983 übernahm sie zudem verschiedene Aufgaben im Vorstand der Handballabteilung. Schwenke sagte über ihr Engagement: „Was auf einem Datenblatt so übersichtlich daherkommt, umfasst tatsächlich eine unglaubliche Fülle an Aufgaben und Terminen – und das seit über 5 Jahrzehnten.“
Silberne Sportehrennadel für Schach, Leichtathletik und Tennis
Mit der Silbernen Sportehrennadel wurde Horst Müller von der Vereinigten Schachgesellschaft 1880 Offenbach geehrt. Er trat 1960 in einen Offenbacher Schachverein ein und spielte nach Angaben der Stadt von 1974 bis 1976 in der Schach-Bundesliga. Im Vorstand ist er seit mehr als 50 Jahren durchgehend ehrenamtlich tätig und engagiert sich besonders in der Nachwuchsarbeit, etwa durch Schulschach-AGs sowie die Organisation von Schulschachmeisterschaften. Schwenke sagte: „Auch auf dem Mainuferfest ist Horst Müller immer dabei, wenn es um Auf- und Abbau und den Standdienst geht; ich habe ihn dort häufig getroffen.“
Ebenfalls die Silberne Sportehrennadel erhielt Kristoffer Uhlisch von der LG Offenbach beziehungsweise dem OSC Rosenhöhe. Mitglied ist er seit 1995 in der LG Offenbach, seit 1997 bei der SG Rosenhöhe, dem heutigen OSC Rosenhöhe. Er besitzt seit 1998 eine C-Lizenz als Trainer Leistungssport. Nach Angaben der Stadt organisiert er seit 25 Jahren größere Leichtathletik-Veranstaltungen in Offenbach, darunter seit 2000 ein Schülersportfest, seit 2005 einen Waldlauf und seit 2006 den Behördenwaldlauf. In der Vereinsarbeit übernahm er unter anderem Funktionen als Abteilungsleiter und Vorsitzender, zudem ist er seit 2003 im Vorstand des Leichtathletikkreises Offenbach-Hanau tätig. Schwenke sagte: „Ich übertreibe nicht, wenn ich sage: Hinter dem Erfolg der LG Offenbach und der Leichtathletik-Abteilung des OSC Rosenhöhe steht ein Name, der bei Wettkämpfen für alle sichtbar ist: Kristoffer Uhlisch“.
Die dritte Silberne Sportehrennadel ging an Hans-Dieter Werner, der nach Angaben der Stadt vor allem ehrenamtlich im Tennissport in Offenbach und Hessen aktiv ist. Er war unter anderem Oberschiedsrichter und Schiedsrichter bei internationalen Turnieren und leitete laut Stadt auch ein Spiel von Boris Becker gegen John McEnroe. Zudem war er in verschiedenen Funktionen im Hessischen Tennisverband und in der Regionalliga Südwest aktiv und gründete die Deutsche Schiedsrichter Vereinigung mit. Für sein Engagement erhielt er nach Angaben der Stadt 2008 den Ehrenbrief des Landes Hessen.
Sportehrenbrief für jahrzehntelange Vereinsarbeit
Den Sportehrenbrief der Stadt erhielt Gudrun Bayer vom Fechtclub Offenbach von 1863. Sie engagiert sich nach Angaben der Stadt seit über 50 Jahren ehrenamtlich im Sport, unter anderem im Kinderturnen und in der Damengymnastik sowie in Vorstandsarbeit. Beim Fechtclub ist sie seit 1995 im Vorstand aktiv, organisiert seit vielen Jahren die Cafeteria bei Turnieren und ist seit 2019 Präsidentin des Vereins. Außerdem übernimmt sie organisatorische Aufgaben, kümmert sich um Förderanträge und koordiniert seit 2019 das Stützpunkttraining Rhein-Main am Landesstützpunkt. Schwenke verwies in seiner Rede auf die Unterstützung ukrainischer Geflüchteter im Verein und sagte: „Besonders in Erinnerung ist mir die Aufnahme von ukrainischen Flüchtlingen geblieben, die der Verein in vielen praktischen Fragen unterstützt hat. Die ukrainischen Jugendlichen sind im Fechtclub voll integriert und sportlich sehr erfolgreich“.
















