Der Umbau des ehemaligen Kaufhof-Gebäudes zur neuen Station Mitte kann beginnen. Nach Abschluss der europaweiten Ausschreibung hat der Magistrat den Weg für die Beauftragung eines Generalübernehmers freigemacht. Den Zuschlag soll die Fokus Development AG erhalten, nachdem sie das wirtschaftlichste Angebot vorgelegt hat. Der Umbau soll im ersten Quartal 2026 starten und bis 2027 abgeschlossen werden. Die Baugenehmigung befindet sich in der finalen Abstimmung.
Seltene Chance: Historische Fassade wird integriert
Ein Wunsch vieler Offenbacherinnen und Offenbacher wird erfüllt: Die historische Fassade des Gebäudekomplexes kann erhalten bleiben. Bei den jüngsten Arbeiten zeigte sich ihr baulicher Zustand deutlich besser als erwartet. Die Stadt plant nun, die alte Fassade als sichtbares Element in die neue Gestaltung einzubinden.
„Der gute Zustand der historischen Fassade hat uns positiv überrascht. Besonders freut mich, dass wir diese erhalten und in die neue Fassadengestaltung integrieren können“, sagte Martin Wilhelm, Stadtkämmerer und Aufsichtsratsvorsitzender der Station Mitte Offenbach GmbH. Damit werde „ein lange verborgenes Stück Offenbacher Stadtgeschichte sichtbar gemacht“.
Deutliche Kostensteigerung durch zusätzliche Anforderungen
Parallel zu der Entscheidung zur Fassadenerhaltung zeigt sich jedoch, dass das Projekt insgesamt teurer wird. Statt der ursprünglich veranschlagten 35 Millionen Euro werden nun 41,04 Millionen Euro benötigt. Die Stadt nennt mehrere Gründe für diese Steigerung: Rund 1,3 Millionen Euro entfallen auf die Integration der historischen Fassade, etwa eine Million Euro auf neue Erkenntnisse im Brandschutz, 500.000 Euro auf die notwendige Erneuerung der Stromversorgung und weitere rund 1,83 Millionen Euro auf Baukostensteigerungen und zusätzliche Risikopuffer. Hinzu kommen Mehrkosten durch verlängerte Planungs- und Vergabephasen.
Einsparen konnte die Stadt lediglich beim ursprünglich geplanten Veranstaltungssaal auf dem Dach. Die dafür veranschlagten 300.000 Euro fließen nun nicht in das Projekt ein.
Neuer Mittelpunkt mit Fokus auf Bildung und Aufenthalt
Die Station Mitte soll nach Fertigstellung Einzelhandel, ein Café, Begegnungsflächen und vor allem die neue Stadtbibliothek beherbergen. Diese wird künftig viermal so viel Fläche wie bisher haben und sich vom Untergeschoss bis in das vierte Obergeschoss erstrecken. „Öffentlich zugängliche, ruhige und zeitgemäß ausgestattete Lern- und Arbeitsplätze sind ein zentraler Baustein für mehr Chancen- und Bildungsgleichheit in Offenbach“, betonte Bildungsdezernent Paul-Gerhard Weiß.
Das fünfte Obergeschoss mit Dachterrasse ist als Ort der Begegnung vorgesehen. Die Gesamtfläche des Gebäudes umfasst rund 13.300 Quadratmeter.

Finanzierung über Kredite und Mieteinnahmen
Die Station Mitte GmbH finanziert das Projekt über Kredite und plant mit jährlichen Mieteinnahmen von rund 2,4 Millionen Euro. Für die energetische Sanierung werden zudem Fördermittel der KfW in Höhe von etwa zwei Millionen Euro erwartet.
Mit der anstehenden Beauftragung des Generalübernehmers geht eines der zentralen Innenstadtprojekte Offenbachs in die nächste Phase – mit einer historischen Fassade, die künftig wieder Stadtbild prägen soll, und einem deutlich höheren Budget als zunächst geplant.















