Offenbach verschärft seinen Kurs gegen Müllsünder. Der Magistrat hat einen neuen Verwarnungs- und Bußgeldkatalog beschlossen, der seit dem 19. November gilt und zahlreiche Verstöße rund um Abfallentsorgung, Verschmutzungen und Hundekot deutlich teurer macht. Die Stadt reagiert damit auf wachsende Beschwerden aus der Bevölkerung über verdreckte Straßen, Grünflächen und Spielplätze.
Zigarettenkippe kostet jetzt 120 Euro
Der aktualisierte Katalog sieht für alltägliche Verunreinigungen teils drastische Aufschläge vor. Wer eine einzelne Zigarettenkippe oder einen Kaugummi wegwirft, muss künftig 120 Euro zahlen. Für weggeworfene Kleinabfälle wie Pappbecher, Verpackungen oder Essensreste liegen die Regelsätze zwischen 100 und 250 Euro. Noch teurer wird es für Hundebesitzer: Wer Hinterlassenschaften seines Tiers nicht entfernt, zahlt 400 Euro, auf Grünflächen und Spielplätzen sogar 500 Euro. Auch das Nicht-Mitführen geeigneter Tüten wird geahndet und kostet 45 Euro.
Illegale Ablagerungen können fünfstellige Summen erreichen
Besonders hart greift die Stadt bei unerlaubter Müllentsorgung durch. Bereits für abgestellte Restmüllsäcke oder Einrichtungsgegenstände wie Stühle werden mindestens 200 Euro fällig, größere Säcke kosten 400 Euro. Umfangreiche Sperrmüllablagerungen über einem Kubikmeter können mit Bußgeldern von bis zu 10.000 Euro belegt werden. In besonders schweren Fällen besteht die Möglichkeit, diese Sätze weiter zu erhöhen.
„Müll abladen ist kein Kavaliersdelikt“
Ordnungsdezernent Paul-Gerhard Weiß (FDP) begründet die hohen Regelsätze mit dem anhaltenden Ärger vieler Anwohnerinnen und Anwohner. „Müll einfach fallen zu lassen oder illegal abzuladen, ist kein Kavaliersdelikt, sondern ein Verhalten auf Kosten der Allgemeinheit“, sagt Weiß. Ziel sei es, die große Mehrheit zu schützen, die sich an Regeln hält.
Aus Sicht der Stadt reicht ein schärferer Bußgeldkatalog allein aber nicht aus. Christian Broos, Leiter der Stabsstelle Sauberes Offenbach, verweist auf regelmäßige Kontrollen und Ermittlungen durch das Ordnungsamt und die Müllermittler. Allein im Jahr 2024 verhängte die Stadt mehr als 70.000 Euro an Bußgeldern wegen illegaler Ablagerungen. Seit 2021 summieren sich diese Verstöße auf rund 280.000 Euro. In diesem Jahr wurden zudem 126 Personen erwischt, die Zigaretten achtlos wegwarfen – Kostenpunkt: mehr als 12.000 Euro.
Bürgerinnen und Bürger können Verschmutzungen melden
Die Verwaltung setzt auch auf Mitwirkung der Bevölkerung. Hinweise zu Müllablagerungen oder Verschmutzungen können über den digitalen Mängelmelder eingereicht werden, der Fotos und Standortdaten direkt an die zuständige Stelle übermittelt.
Weiß betont, dass sich die Stadt bei der Ausgestaltung an anderen Kommunen orientiert habe. Offenbach habe keinen Grund, bei der Höhe der Regelsätze zurückzustecken, sagt er. Der neue Bußgeldkatalog kann unter www.offenbach.de/stadtrecht eingesehen werden.















