Verkehrsspezialisten des Polizeipräsidiums Südosthessen haben am Freitag zwischen 9 und 19 Uhr in Offenbach Kontrollen im Rahmen eines einwöchigen Aktionsraums zum Beginn der Motorradsaison durchgeführt. Wegen der schlechten Witterung waren die Beamten mobil im Innenstadtbereich unterwegs und richteten den Blick auf Zweiräder aller Art, besonders aber auf E-Scooter. Eingesetzt wurden unter anderem ein polizeieigener Rollenprüfstand zur Geschwindigkeitsmessung sowie ein ziviles Fahrzeug mit Dokumentations- und Messtechnik.
53 Personen kontrolliert, sieben Vorführungen angeordnet
Im Verlauf der mehrstündigen Maßnahme kontrollierte die Polizei 53 Personen. Überprüft wurden 23 Elektrokleinstfahrzeuge, ein E-Bike, sechs Motorräder, fünf Roller und neun Autos. Zwei E-Scooter waren ohne die vorgeschriebene Pflichtversicherung unterwegs; in beiden Fällen wurden Strafverfahren eingeleitet. Sieben Fahrzeuge müssen wegen festgestellter Mängel erneut vorgeführt werden.
Dieselpartikelfilter fehlt, Standgeräusch deutlich über Grenzwert
Besonders auffällig wurde am Nachmittag ein BMW 530d, der gegen 15.40 Uhr auf dem Spessartring durch ein „übermäßig lautes Abgasgeräusch“ auffiel. Eine Streife des Sachgebiets „Tuner, Raser und Poser“ folgte dem Wagen und kontrollierte ihn. Dabei ergab sich der Verdacht, dass der serienmäßige Dieselpartikelfilter entfernt worden war. Eine anschließende Standgeräuschmessung brachte laut Polizei 93 Dezibel, erlaubt waren 75. Der BMW wurde sichergestellt und soll durch einen Sachverständigen begutachtet werden. Auf den Fahrer kommen ein Bußgeld von rund 90 Euro sowie die Gutachterkosten zu.
Golf in Gründau: Verdacht auf manipulierte Abgasklappen
Auch am Samstag waren TRuP-Beamte im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Südosthessen im Einsatz. Nach mehreren Beschwerden über einen VW Golf, der in Gründau mit unangepasster Geschwindigkeit gefahren sein und zu laut gewesen sein soll, wurde das Auto gegen 15.30 Uhr kontrolliert. Am Steuer saß ein 22-Jähriger aus dem Main-Kinzig-Kreis. Obwohl das gemessene Standgeräusch zunächst nicht über dem Grenzwert lag, gab es nach Angaben der Polizei Zweifel an der Zulässigkeit der Abgasanlage.
Bei einer genaueren Überprüfung auf einer Kfz-Hebebühne verdichtete sich demnach der Verdacht, dass die Abgasklappensteuerung manipuliert worden sein könnte. Nach dem Entfernen einer hinteren linken Kofferraum-Abdeckung fanden die Beamten ein offenbar unzulässiges Steuergerät zum Ansteuern der Abgasklappen. Die Betriebserlaubnis sei dadurch erloschen, der Wagen wurde sichergestellt und wird einem Sachverständigen für ein Beweissicherungsgutachten vorgeführt. Bei der Kontrolle kamen ein ziviles Videofahrzeug sowie ein ziviles Video-Krad zum Einsatz.














