Markus Mokadem hat in vier Jahrzehnten als Müllwerker und Fahrer in Offenbach nach eigenen Schätzungen mehr als eine Million Mülltonnen geleert. Bis zu 500 Behälter am Tag hat er in dieser Zeit zum Müllfahrzeug gezogen und für die Leerung bereitgestellt. Seit 30 Jahren sitzt er außerdem selbst am Steuer des Müllwagens.
Begonnen hat Mokadem im März 1986 als Müllwerker, damals beim städtischen Amt für Stadtreinigung und Abfallwirtschaft. Heute arbeitet er beim Stadtservice der Stadtwerke Offenbach in der Entsorgung.
Von Ringtonnen zu Plastikbehältern
Als Mokadem anfing, waren vereinzelt noch eisere Ringtonnen im Einsatz. Für Außenstehende habe das zwar elegant ausgesehen, wenn Müllwerker die schweren, vollen Tonnen in Drehbewegungen zum Fahrzeug bewegten – für die Beschäftigten sei das jedoch harte körperliche Arbeit gewesen.
Im Vergleich dazu seien die Tonnen heute leichter und praktischer, sagt Mokadem: „Heute sind die Plastiktonnen viel leichter, haben Räder und wir weniger blaue Flecken“.
Seit 1995 als Fahrer unterwegs
1995 machte Mokadem nach den Angaben seinen Führerschein als Berufskraftfahrer. Seitdem fährt er auch das Müllfahrzeug durch den Stadtverkehr und in Wohngebieten. An seiner Arbeit schätzt er, viel draußen zu sein.
Es gebe jedoch Belastungen, die je nach Jahreszeit besonders ins Gewicht fallen. „Im Winter sind die Gehwege oft nicht geräumt und wir müssen die Tonnen über Schnee oder Eis zum Fahrzeuge ziehen. Im Sommer ist der Geruch vor allem vom Biomüll sehr stark.“
Parkende Autos bleiben ein Dauerproblem
Ein Thema begleite die Arbeit das ganze Jahr über: falsch geparkte Autos. Mit den großen Müllfahrzeugen sei es schwierig, zugestellte Kurven zu passieren oder an Fahrzeugen vorbeizukommen, die zu weit in die Straße ragten. Parkende Autos auf Gehwegen erschwerten außerdem den Zugriff auf die Tonnen. „Das war vor 40 Jahren auch oft so, aber damals gab es noch nicht so viele Autos.“
Gedanken an Weiterarbeit nach Rentenbeginn
Am Stadtservice hebt Mokadem vor allem das Kollegenteam hervor. Rückblickend sagt er, dass er den Beruf wieder wählen würde. In zwei Jahren will er in Rente gehen – und überlegt nach eigenen Angaben bereits, ob er danach stundenweise weiterarbeitet.
















