Jugendliche mit Cannabis, betrunkene Randalierer, mehrere Einsätze in psychiatrischen Einrichtungen und ein Zugriff des Spezialeinsatzkommandos: Die Stadtpolizei Offenbach hat für den Januar eine Reihe von Vorfällen zusammengefasst, bei denen Streifen und Verkehrsdienst gefordert waren. Außerdem registrierte die Verkehrspolizei in dem Monat zahlreiche Verstöße – von Tempoüberschreitungen bis zum Falschparken.
Bei Kontrollen und Hilfeleistungen ging es laut Bericht unter anderem um Menschen, die medizinische Unterstützung brauchten, um Drogenfunde sowie um Situationen, in denen Einsatzkräfte Personen in Gewahrsam nahmen oder in Kliniken vorstellten.
Viele Tempoverstöße und Falschparker erfasst
Die Verkehrspolizei kontrollierte pro Woche an bis zu 62 verschiedenen Orten die Geschwindigkeit. Dabei wurden je nach Woche zwischen 53 und 183 Verfahren wegen Überschreitens der Höchstgeschwindigkeit eingeleitet. Besonders viele Verwarnungen wegen Falschparkens verzeichnete die Stadt in der vorletzten Januarwoche: 2.406.
Abschleppmaßnahmen gab es ebenfalls regelmäßig. Pro Woche wurden demnach bis zu 18 Fahrzeuge wegen erheblicher Behinderungen abgeschleppt. Für die Zulassungsstelle Offenbach wurden im Januar 155 Fahrzeuge zur Entstempelung erfasst, in der Regel wegen fehlender Versicherung oder nicht gezahlter Steuer oder weil Fahrzeuge aufgrund erheblicher Mängel nicht mehr verkehrssicher waren.
Ende Januar kam es zudem in der Bettinastraße zu einem Rückstau bis auf die Kaiserstraße. Auslöser war ein Abschleppwagen, der quer zur Fahrbahn stand, um ein Fahrzeug von einem Carsharing-Parkplatz abzuschleppen. Der Mitarbeiter der Abschleppfirma weigerte sich zunächst, das Auto wieder abzuladen, weil der Halter die Rechnung nicht vor Ort zahlen konnte. Eine Anweisung der Stadtpolizei, die Fahrbahn freizugeben, befolgte er nicht und berief sich auf ein Zurückbehaltungsrecht. Erst nachdem die Landespolizei die gleichen Anweisungen erteilt hatte, wurde das Fahrzeug entladen. Gegen den Mitarbeiter wurden Anzeigen eingeleitet; außerdem wird geprüft, ob er für den Einsatz der Stadtpolizei und erhebliche Busverspätungen aufkommen muss.
Drogenfunde bei Jugendlichen und Kontrollen
Mehrere Einsätze drehten sich um Drogen- und Alkoholmissbrauch. In der ersten Januarwoche meldeten Bürger Jugendliche, die auf einer Fluchttreppe eines Supermarkts Drogen konsumieren sollen. Eine Streife traf fünf junge Menschen an; es habe nach Cannabis gerochen. Sichergestellt wurden 33 Gramm Cannabis sowie ein Schlagstock, entsprechende Anzeigen waren die Folge.
Im Bereich der S-Bahnstation Marktplatz kontrollierte eine Streife zwei Personen, bei denen Heroin-Konsum behauptet wurde. Drogen wurden nicht gefunden, dafür ein Teleskopschlagstock, ein Pfefferspray und Ausweisdokumente, die nicht der kontrollierten Frau gehörten. Die Gegenstände wurden beschlagnahmt und an die zuständigen Stellen gemeldet.
In der vorletzten Januarwoche wurde eine hilflose Frau am Straßenrand gemeldet. Ihr schläfriges und orientierungsloses Verhalten deutete dem Bericht zufolge auf den Konsum von Betäubungsmitteln hin, ein Rettungswagen wurde angefordert. Währenddessen traf ein Mann ein, der ebenfalls verlangsamt und verwirrt wirkte. Als er telefonierte, nahm die Streife über den Lautsprecher eine entsprechende Stimmungslage wahr. Auf Nachfrage erklärte die Person am Telefon, alle hätten Ketamin konsumiert. Eine Streife fuhr daraufhin zu einer Wohnung und traf dort zwei Frauen an, eine davon minderjährig. Sichergestellt wurde eine erhebliche Menge Ketamin; die Minderjährige und die Betäubungsmittel wurden an die Landespolizei übergeben.
Betrunkene stören und greifen Einsatzkräfte an
Mehrfach rückte die Stadtpolizei wegen stark alkoholisierter Menschen aus. Ein Mann war demnach so betrunken, dass er weder sprechen noch selbstständig gehen konnte; weil er keinen Ausweis dabeihatte, wurde er zunächst zum Revier der Landespolizei gebracht, die seine Identität per Fingerabdruck feststellte und ihn in einer Ausnüchterungszelle unterbrachte.
In den ersten Januartagen musste eine Streife außerdem in einer Bäckerei eingreifen, weil eine betrunkene Frau sich weigerte zu gehen. Beim Hinausbegleiten trat sie mehrfach einer Stadtpolizistin gegen das Schienbein. Auf der Wache beleidigte sie die Einsatzkräfte und trat weiter um sich. Ein Rettungswagen brachte sie in eine Klinik, in der sie psychisch untersucht wurde. Am nächsten Tag erschien sie nüchtern auf der Wache, um sich zu entschuldigen.
Mitte Januar meldeten Passanten einen betrunkenen Vater, der mit seinen Kindern unterwegs war; die Kinder seien mehrfach auf die Straße gerannt. Vor den Augen einer Streife entsorgte der Mann eine Bierflasche in einem Gebüsch, eine weitere leere Flasche lag im Kinderwagen. Der Vorgang wurde an das Jugendamt gemeldet.
Ein weiterer alkoholisierter Mann störte eine polizeiliche Maßnahme durch Schreien und Gitarrenspiel und hatte zuvor Passanten belästigt. Weil er einem Platzverweis nicht nachkam, wurde er ins zentrale Polizeigewahrsam gebracht und anschließend in eine Ausnüchterungszelle. Ende Januar kam ein Mann zur Ausnüchterung in eine Haftzelle, nachdem er zunächst am Marktplatz auffiel und später im Bereich der Bieberer Straße schwankend auf der Fahrbahn unterwegs war.
SEK rückt nach Drohung aus
Am Monatsanfang eskalierte eine Kontrolle zu einem Tierhalteverbot. Eine Anwohnerin beleidigte dem Bericht zufolge die Streife und warf mit Gegenständen. Auch Beamte der Landespolizei konnten sie nicht beruhigen. Als sie mit dem Gebrauch einer Schusswaffe drohte, wurde das Spezialeinsatzkommando aus Frankfurt hinzugezogen. Mehrere Streifen sperrten und sicherten das Umfeld, das SEK betrat die Wohnung zwangsweise. Die Frau kam anschließend in eine Psychiatrie, der Hund in behördliche Obhut.
Aggressiv reagierte laut Bericht auch eine randalierende Frau im Bereich der Richard-Wagner-Straße: Sie spuckte und trat nach den Einsatzkräften, wurde fixiert und mit einer Spuckschutzhaube versehen. Weil sie versucht habe, sich selbst zu verletzen, indem sie ihren Kopf auf den Boden schlug, wurde sie in eine psychiatrische Einrichtung gebracht. In der vorletzten Januarwoche wurden zudem zwei weitere Personen in einer psychiatrischen Klinik vorgestellt: Ein Mann schlug auf Fahrzeuge ein, eine Frau bedrohte ihren Vater. Am Monatsende kam ein weiterer Mann in eine Psychiatrie, nachdem er Familienmitglieder bedroht hatte; zudem erhielt er eine Wohnungsverweisung.
Bei einem weiteren Fall, der als mutmaßliche häusliche Gewalt beschrieben wird, traf die Stadtpolizei nach eigenen Angaben auf eine Mutter mit zwei Kindern. Die Mutter erklärte, es habe Streit gegeben, weil der Sohn wiederholt zu spät gekommen sei. Der Sohn sagte, er sei von Mutter und Schwester geschlagen worden. Der Junge wurde über den Bereitschaftsdienst des Jugendamtes in einer Hilfseinrichtung untergebracht, die Landespolizei leitete eine Strafanzeige ein.
Hilflose Menschen und ein Todesfall
Die Stadtpolizei wird regelmäßig zu hilflos wirkenden Menschen gerufen. Im Januar lag die Zahl demnach zwischen fünf und 16 Fällen; darunter waren auch kranke oder verwirrte Personen, die medizinische Hilfe benötigten.
Für einen Bewohner eines Mehrfamilienhauses kam hingegen jede Hilfe zu spät. Nachdem eine Nachbarin starke Geruchsbelästigung gemeldet hatte, nahm eine Streife bereits im Aufzug Verwesungsgeruch wahr. Die Feuerwehr öffnete die Wohnungstür; in der Wohnung wurde der Bewohner tot aufgefunden, der Verwesungsprozess hatte laut Bericht bereits eingesetzt. Die Landespolizei wurde hinzugezogen.
Anders verlief ein Einsatz bei einem demenzkranken Mann: Eine Bekannte bat die Stadtpolizei nachzusehen, nachdem er sich mehrere Tage nicht gemeldet hatte. Eine Streife öffnete die Tür zwangsweise und fand den Mann auf dem Boden liegend. Alle Heizkörper waren voll aufgedreht, Herd und Backofen eingeschaltet. Ein Rettungswagen wurde gerufen; die Einsatzkräfte stellten die Geräte ab und drehten die Heizkörper herunter.
















