Eine Gruppe engagierter Bürgerinnen und Bürger setzt sich mit einer Petition für ein neues Stadttaubenmanagement in Offenbach ein. Gefordert wird der Aufbau betreuter Taubenschläge nach dem sogenannten Augsburger Modell. Die Petition ist seit wenigen Tagen online und hat bereits mehr als 350 Unterstützerinnen und Unterstützer gewonnen.
Ziel: Tierschutz und sauberes Stadtbild
Die Initiatoren sehen in den betreuten Taubenhäusern eine Lösung für gleich mehrere Herausforderungen: Das Modell sieht vor, die Stadttauben an zentralen Stellen zu versorgen und ihre Population tierschutzgerecht zu kontrollieren – unter anderem durch den regelmäßigen Austausch der Eier. Dies diene dem Tierschutz und führe gleichzeitig zu weniger Verschmutzung durch Taubenkot im öffentlichen Raum. Die Petition ist unter dem Titel „Betreute Taubenhäuser für Offenbach“ auf der Plattform change.org veröffentlicht.
Bereits 2023 politische Initiative
Die Stadtverordnetenversammlung hatte bereits im Juli 2023 mehrheitlich beschlossen, die Einführung eines Stadttaubenmanagements nach dem Augsburger Modell prüfen zu lassen. In der Folge wurde ein Prüfbericht erarbeitet, der im November 2024 vorgelegt wurde. Darin werden mögliche Standorte, Umsetzungsformen und Kosten aufgeführt. Der Bericht hält fest, dass betreute Schläge mit regelmäßigem Eiertausch grundsätzlich geeignet sein können, Hotspots zu entlasten – etwa am Wilhelmsplatz, Aliceplatz oder in der Bieberer Straße. Zugleich weist die Verwaltung auf hohe Kosten, personellen Aufwand und offenen Finanzierungsfragen hin.
Bürgerinitiative fordert Umsetzung
Die Unterzeichner der Petition fordern nun, auf Grundlage des vorliegenden Prüfberichts konkrete Schritte einzuleiten. Sie argumentieren, dass es sich bei Stadttauben überwiegend um Nachkommen entflogener Haus- und Brieftauben handelt, für deren Situation der Mensch Mitverantwortung trage. Ein unkontrolliertes Vergrämen oder Aushungern sei aus tierschutzrechtlicher Sicht keine Lösung. Stattdessen brauche es ein „verantwortungsvolles, nachhaltiges und tiergerechtes Konzept“, heißt es in der Petition.
Stadt verweist auf offene Fragen
Die Stadt Offenbach hatte im Prüfbericht betont, dass bislang keine relevanten gesundheitlichen Gefahren durch Stadttauben festgestellt wurden. Beschwerden seien im Vergleich zu anderen Themenfeldern selten. Zudem bleibe die Finanzierung offener Fragen: Sowohl einmalige Investitionen für Taubenschläge als auch laufende Kosten müssten gedeckt werden. Die Verwaltung regte daher an, einen möglichen Betrieb in Zusammenarbeit mit einem externen Tierschutzverein zu prüfen.
Politische Entscheidung steht aus
Ob und wann ein betreutes Taubenmanagement in Offenbach eingeführt wird, ist derzeit offen. Die Petition erhöht den öffentlichen Druck auf Politik und Verwaltung.
Wer diese Initiative unterstützen möchte, kann die Petition unterzeichnen: zur Petition















