Die Winternotübernachtung für obdachlose Menschen in Offenbach ist im Winter 2025/2026 erneut in der Gerber15 angeboten worden. Nach Angaben der Diakonie lief das Angebot vom 15. Dezember 2025 bis zum 31. März 2026 und stellte in 107 Nächten jeweils zwölf Schlafplätze zur Verfügung.
Die Übernachtungsmöglichkeit war täglich von 20 bis 6.30 Uhr geöffnet. Sie richtete sich an Frauen, Männer, Paare und Diverse. Die Gäste konnten Isomatten und Schlafsäcke nutzen, bekamen warmen Tee und bei Bedarf Gebäck vom Vortag. Außerdem standen Sanitäranlagen zur Verfügung.
Angebot wieder in der Gerber15
Im Winter zuvor war die Winternotübernachtung wegen des Neubaus des Diakoniezentrums Gerber15 einmalig im Caritashaus St. Josef untergebracht. Im Winter 2025/2026 kehrte das Angebot in die Teestube der Gerber15 zurück. Seit dem Start im Februar 2021 wurde die Winternotübernachtung damit zum fünften Mal organisiert.
Ziel des Angebots ist es, obdachlose Menschen vor Unterkühlung, Erfrierungen und anderen gesundheitlichen Folgen der Kälte zu schützen.
Viele Gäste nutzten Plätze regelmäßig
Insgesamt wurden in diesem Winter 857 Übernachtungen gezählt. Daraus ergibt sich eine Auslastung von 66,7 Prozent. Der weitaus größte Teil der Übernachtungsgäste war männlich, ihr Anteil lag bei rund 98 Prozent.
Das Durchschnittsalter der Gäste betrug laut Diakonie etwa 49 Jahre. Die jüngste erfasste Person war 28 Jahre alt, die älteste 73. Viele Menschen nutzten das Angebot wiederholt und wurden zu regelmäßigen Gästen.
Die Betreuung und Aufsicht übernahmen jeden Abend und in der Nacht eine Sozialhelferin und eine Sicherheitsfirma. Schlafsäcke und Isomatten kamen aus der Aktion „Wärme spenden“ der Diakonie Hessen. Wer das Angebot regelmäßig nutzte, erhielt einen persönlichen Schlafsack, der in der letzten Nacht übergeben wurde.
Finanzierung bleibt schwierig
Die Finanzierung der Winternotübernachtung bleibt nach Angaben der Diakonie ein Problem. Die Stadt Offenbach trägt die Kosten für die Sicherheitsfirma und für die Reinigung der Teestube an Wochenenden. Einen erheblichen Teil des Aufwands übernimmt die Diakonie jedoch selbst. Dazu gehören die Räume, Heiz- und Stromkosten, zusätzlicher Personaleinsatz sowie die tägliche Organisation mit Aus- und Wiedereinräumen der Teestube.
Aus Sicht der Wohnungsnotfallhilfe bleibt das Angebot dennoch unverzichtbar. Vorrang habe der Schutz obdachloser Menschen vor lebensgefährlichen Folgen winterlicher Kälte.















