Offenbach steht vor einer Premiere: Am kommenden Samstag, den 19. September, wird zum ersten Mal ein Christopher Street Day (CSD) durch die Stadt ziehen. Mit der Veranstaltung, die gleichzeitig den Höhepunkt und Abschluss der aktuellen Pride Week markiert, wollen die Organisatoren ein öffentliches Zeichen für die Sichtbarkeit und Gleichberechtigung von queeren Menschen in der Region setzen.
Kundgebung am Rathaus bildet den offiziellen Auftakt
Der Demonstrationszug beginnt um 13 Uhr auf dem Platz vor dem Rathaus mit einer einleitenden Kundgebung. Dabei wird sich unter anderem der Offenbacher Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke, der zugleich die Schirmherrschaft für die Veranstaltung übernommen hat, mit einem Grußwort an die Teilnehmer richten. Mars Weikert, der stellvertretende Vorsitzende des organisierenden CSD Offenbach e. V., kündigte im Vorfeld an, die Lokalpolitik beim Thema Gleichstellung künftig kritisch begleiten zu wollen: „Wir werden ihn an seinen Worten an die queere Community in Zukunft messen und sehr genau darauf achten, wie sich Offenbach für queeres Leben in Offenbach einsetzt.“ Den genauen Verlauf der geplanten Demonstrationsroute durch das Stadtgebiet hat der Verein auf seiner Internetseite sowie über seine Auftritte in den sozialen Netzwerken veröffentlicht.
Organisatoren warnen vor einem Erstarken rechter politischer Kräfte
Mit Blick auf den Zuspruch hoffen die Veranstalter auf eine große Beteiligung aus der Bevölkerung. Der Vereinsvorsitzende Hendrik Klemme zeigte sich angesichts der Resonanz im Vorfeld optimistisch: „Wir sind absolut überwältigt von der bisherigen Resonanz. Auch die Veranstaltungen der Pride Week waren sehr gut besucht und kamen hervorragend an. Dennoch weiß niemand genau, wie viele Menschen sich in Offenbach für einen CSD mobilisieren lassen.“ Gleichzeitig betonte Klemme den politischen Kern der Demonstration und ordnete diesen in das aktuelle gesellschaftliche Geschehen ein: „Es werden viele Menschen kommen, mit uns durch Offenbach ziehen und Raum einnehmen. Der Kampf um Gleichberechtigung in allen Lebensbereichen ist heute wieder wichtig geworden. Gerade Sachsen-Anhalt hat uns gezeigt, wie schnell rechte Kräfte sehr stark werden können.“
Musikalisches Bühnenprogramm und Abschlussfeier im Kulturzentrum
Neben dem politischen Protest haben die Verantwortlichen ein umfangreiches Bühnenprogramm vorbereitet, bei dem verschiedene Akteure ihre Perspektiven auf das queere Leben in der Stadt teilen werden. Ein dreiköpfiges Moderationsteam, bestehend aus Jan Boris, Ann-Kathrin Rätz und Marco Linguri, wird durch den Nachmittag führen. Für die musikalische Gestaltung sorgen unter anderem die Künstler MKSM und WATZ. Ergänzt wird das Programm durch Auftritte der Drag-Artists Feeby Fergison, Fuego Foureiro, Kitty Bambule und King Mass(c)ue sowie eine Darbietung im Bauchtanz durch Eliana Hofmann. Nach dem offiziellen Ende der Demonstration auf der Straße verlagert sich das Geschehen in das Kulturzentrum Hafen2, wo der Tag mit einer Abschlussparty und Auftritten verschiedener DJs ausklingen wird.















