Die Arbeiten für den Neubau der Emmy-Noether-Schule auf dem ehemaligen Güterbahnhofsgelände haben die nächste Phase erreicht. Nach Angaben der Stadtverwaltung wurde die ausgehobene Baugrube im Juni planmäßig an die beauftragte Rohbaufirma übergeben. Damit beginnt die Errichtung des fünfgeschossigen Gebäudes, das bis Ende des Jahres 2028 fertiggestellt werden soll. Der Neubau gilt aktuell als das größte Schulbauvorhaben in der Stadt Offenbach und ist für rund 1.500 Schülerinnen und Schüler sowie 100 Lehrkräfte ausgelegt.
Skelettbau soll bis Mitte des kommenden Jahres stehen
In den kommenden Wochen entstehen zunächst das Untergeschoss und die Tiefgarage der künftigen Schule. Anschließend werden die Etagen des Neubaus schrittweise hochgezogen. Nach dem aktuellen Zeitplan der städtischen Planer sollen die Rohbauarbeiten für die fünf Stockwerke und den Keller bis Mitte 2027 abgeschlossen sein. Bürgermeister und Baudezernent Andreas Bruszynski äußerte sich zufrieden über den bisherigen Fortschritt auf dem Grundstück: „Es ist schön, dass die Bauarbeiten weiterhin gut laufen. Für Offenbacherinnen und Offenbacher wird es in den kommenden Monaten auch sichtbarer, denn jetzt entsteht der Skelettbau der Geschosse der Schule“.
Platzmangel an bestehenden Gymnasien führte zu Neugründung
Die Errichtung des Neubaus ist das Resultat des starken Offenbacher Bevölkerungswachstums. Während die Nachfrage nach zusätzlichen Plätzen an den integrierten Gesamtschulen im Stadtgebiet durch Erweiterungen bestehender Gebäude aufgefangen werden konnte, ließ sich eine entsprechende Vergrößerung an den vorhandenen Gymnasien baulich nicht realisieren. Aus diesem Grund gründete die Stadt im Jahr 2023 in Abstimmung mit dem Staatlichen Schulamt das neue Gymnasium. Bis der Neubau an der ehemaligen Güterbahnhofsfläche bezugsfertig ist, findet der Unterricht der Schülerschaft interimsweise im alten Gebäude der Fröbelschule statt.
Fünf Stockwerke auf kompaktem Grundstück bieten vielfältige Nutzungen
Da für den Bau des neuen Gymnasiums lediglich ein Grundstück von rund 10.000 Quadratmetern zur Verfügung steht, wuchs das Konzept der Planer vor allem in die Höhe. Um den begrenzten Raum optimal auszunutzen, werden die Pausen- und Freizeitflächen sowie zusätzliche Lernbereiche für die Schüler auf den Dächern des Gebäudes eingerichtet. Im Inneren ist neben den Unterrichtsräumen eine Mensa vorgesehen, die auf die Ausgabe von täglich 1.080 Mahlzeiten ausgelegt ist. Zudem integriert das Projekt eine Dreifeldsporthalle, die nach Schluß des regulären Unterrichts auch für den außerschulischen Sportbetrieb freigegeben wird. Das Schulhaus wird im energieeffizienten KfW-40-Standard errichtet. Zur technischen Ausstattung zählen eine Photovoltaikanlage, hybride Heiztechnik sowie ein effizientes Lüftungssystem. Auf der Dachebene soll ein automatisiertes Bewässerungssystem den Pflegeaufwand reduzieren und die Unterhaltskosten senken.
Aushub der Baugrube liefert Ton für die Herstellung von Ziegelsteinen
Bereits in der Vorbereitungsphase des Neubaus legten die Verantwortlichen Wert auf eine nachhaltige Verwertung der Rohstoffe. Während des Aushubs der Baugrube förderten die Bagger auf dem Areal rund 12.000 Kubikmeter des sogenannten Rupeltons zu Tage. Die Stadt ließ dieses Bodenmaterial nicht als Abfall entsorgen, sondern in ein nahes Zwischenlager nach Hainburg transportieren, wodurch die Fahrtwege der Lastkraftwagen kurz gehalten werden konnten. Dort wird die Tonmasse als Rohstoff für die Produktion von Ziegelsteinen weiterverwendet. Aus der abgetragenen Erde lassen sich rechnerisch etwa 25.000 Kubikmeter Mauerziegel herstellen, was dem benötigten Baumaterial für rund 250 Einfamilienhäuser entspricht. Durch diese Vorgehensweise musste vor Ort weniger Deponieraum beansprucht und gleichzeitig der generelle Bedarf an neuem Tonabbau reduziert werden. Die Flächen in Hainburg, auf denen der Ton verarbeitet wird, sollen bei der späteren Wiederherstellung zudem zu Biotopen umgestaltet werden, die Pflanzen und Tieren als neuer Lebensraum dienen.
















