Blühende Mittelstreifen, farbige Beete und eine sichtbar veränderte Gestaltung öffentlicher Grünflächen gehören inzwischen zum Offenbacher Stadtbild. Maßgeblich beteiligt an dieser Entwicklung war Sophie Siebel, die nun in den Ruhestand geht. Sie hat das Staudenprojekt des Stadtservices der Stadtwerke Offenbach mit angestoßen und über Jahre verantwortet. Seit fünf Jahren werden im Rahmen des Projekts unter anderem die Mittelstreifen entlang des Rings und der Mühlheimer Straße mit Stauden und Gräsern bepflanzt, die vom Frühjahr bis zum ersten Frost blühen.
Projektarbeit mit persönlichem Einsatz
Die Beete wurden vom Team des Grünwesens der Stadtwerke Offenbach angelegt, an der Mühlheimer Straße in Zusammenarbeit mit dem Amt für Planen und Bauen. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Sophie Geyer leitete Sophie Siebel die Umsetzung. Ziel war es, mehr Vielfalt in den öffentlichen Raum zu bringen, sichtbare Akzente für die Bevölkerung zu setzen und zugleich Lebensräume für Insekten und Kleintiere zu schaffen. „Vieles habe ich sehr gerne in meinem Berufsleben gemacht – aber in das Staudenprojekt habe ich sehr viel Herzblut investiert“, sagte Siebel. Sie habe großen Wert darauf gelegt, dass das Grünwesen in der Stadt positiv wahrgenommen werde.
Beruflicher Weg führte früh nach Offenbach
Sophie Siebel wuchs auf einem Bauernhof in der Nähe des polnischen Oppeln auf. 1979 kam sie als 20-jährige Spätaussiedlerin nach Deutschland und erreichte nach Sprachkurs und Sonderlehrgang die Allgemeine Hochschulreife. Nach einem Praktikum in einer Gärtnerei studierte sie Gartenbau und kam 1987 als Diplom-Ingenieurin nach Offenbach. Später arbeitete sie bei der damaligen städtischen GOAB und bildete dort benachteiligte Jugendliche aus.
Verantwortung im Grünwesen der Stadtwerke
2002 wechselte sie zum Grünwesen der Stadtwerke Offenbach und übernahm zunächst die Leitung des Sachgebiets Städtische Friedhöfe. Mit der Zusammenlegung des städtischen Grünwesens mit den Stadtwerken kamen weitere Aufgaben hinzu, darunter die Vergabe von Arbeiten an externe Firmen und die Betreuung der Grünflächen auf Spielplätzen. In den folgenden Jahren begleitete sie zahlreiche Maßnahmen zur Aufwertung des Stadtbilds, von der Instandsetzung von Wegen und Weihern bis zur Bepflanzung bislang wenig ansprechender Flächen.
Arbeit nah an Menschen und Ausbildung
Dabei war Sophie Siebel häufig selbst vor Ort, überprüfte Arbeiten, brachte fachliche Hinweise ein oder verteilte Anerkennung. Besonders wichtig war ihr die Arbeit mit Auszubildenden der Stadtwerke. Auch Jugendliche aus anderen Ausbildungsbereichen, die zeitweise im Grünwesen eingesetzt waren, erhielten Einblicke in sorgfältiges und strukturiertes Arbeiten sowie in den Umgang miteinander. „Ich habe unseren Auszubildenden immer viel zugetraut und das hat auch fast immer funktioniert“, sagte sie rückblickend.
Pläne für den Ruhestand
Künftig will sich Sophie Siebel ihrem eigenen Garten widmen, sich um ihre Bienenvölker kümmern, lesen, reisen und Gitarre spielen lernen. Mit ihrem Abschied endet eine lange berufliche Laufbahn, die das Erscheinungsbild Offenbachs sichtbar mitgeprägt hat.
















