Auf dem ehemaligen Güterbahnhofgelände in Offenbach hat der Bau eines neuen Gymnasiums begonnen. Mit dem offiziellen Spatenstich gab die Stadt am Mittwoch den Startschuss für das größte Schulbauvorhaben seit vielen Jahren. Nach Angaben von Bildungs- und Planungsdezernent Paul-Gerhard Weiß investiert die Stadt rund 128 Millionen Euro in den Neubau der Emmy-Noether-Schule.
Neubau entsteht auf Konversionsfläche
Das Gelände, lange Zeit ungenutzt, wird künftig einen zentralen Bildungsstandort beherbergen. Oberbürgermeister Felix Schwenke verwies bei der Feier darauf, dass der Güterbahnhof die letzte größere Konversionsfläche der Stadt sei, die nun entwickelt werde. Neue weiterführende Schulen seien in Offenbach selten: Zuletzt wurde 2002 ein Neubau an der Ernst-Reuter-Schule errichtet, davor 1978 die Edith-Stein-Schule.
Mit dem aktuellen Schulbauprogramm wolle die Stadt moderne Lernbedingungen schaffen, so Schwenke. Der Oberbürgermeister hob zudem hervor, dass Weiß seit vielen Jahren die Schulentwicklung maßgeblich mitverantworte.
Schulkonzept nimmt konkrete Form an
Die Emmy-Noether-Schule wurde 2023 gegründet und ist derzeit im früheren Gebäude der Fröbelschule untergebracht. Am künftigen Standort soll bis Ende 2028 ein fünfgeschossiger Neubau entstehen, der Platz für etwa 1.500 Schülerinnen und Schüler sowie rund 100 Lehrkräfte bietet. Geplant sind eine Mensa für täglich bis zu 1.080 Mahlzeiten, eine Dreifeldsporthalle und weitläufige Dachflächen als Pausen- und Lernräume.
Das Gebäude wird im energieeffizienten KfW-40-Standard errichtet und unter anderem mit Photovoltaik, hybrider Heiztechnik und einer Lüftungsanlage ausgestattet. Automatisierte Bewässerungssysteme sollen den Unterhalt der begrünten Dachflächen reduzieren.
Schülerinnen und Schüler gestalten Programmpunkt
Aus Anlass des Spatenstichs präsentierten 16 Schülerinnen und Schüler unter dem Motto „Zusammen wachsen“ einen musikalischen Beitrag. Schulleiter Georg Rübensam betonte, das Motto erhalte mit dem Neubau eine sichtbare Bedeutung. „Hier entsteht ein neuer und moderner Lernort, der Gemeinschaft, Bildung und Nachhaltigkeit verbindet.“
Langfristige Investitionen in Schulen
Seit 2007 investiert Offenbach kontinuierlich in Schul- und Kitagebäude. Mehr als 675 Millionen Euro flossen bislang in Neubauten und Sanierungen, gefördert durch Mittel von Bund und Land. Über 60 Prozent der rund 18.800 Schülerinnen und Schüler lernen heute in vollständig erneuerten oder neu errichteten Gebäuden. Weitere Großprojekte im Wert von etwa 265 Millionen Euro befinden sich derzeit in Planung oder Bau.















