Die Stadt Offenbach hat Martha Nettenbeck mit der Rathausmedaille ausgezeichnet. Mit der Ehrung würdigt die Stadt das jahrzehntelange, selbstlose Engagement der Offenbacherin, die ihr Leben der Pflege und Unterstützung ihrer beiden schwer erkrankten Kinder gewidmet hat. Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke ließ ihr die Auszeichnung für diese außergewöhnlichen Verdienste überreichen.
Martha Nettenbecks Tochter Ursula wurde 1958 mit einer spastischen Lähmung geboren. Ihre Mutter setzte sich mit großem persönlichem Einsatz dafür ein, dass das Mädchen eine Regelschule besuchen konnte. Sie brachte ihre Tochter täglich zur Schule, trug und begleitete sie zwischen den Unterrichtsräumen und blieb während der Schulzeit in der Nähe, um jederzeit helfen zu können. Durch diese Unterstützung war es Ursula möglich, das Abitur abzulegen und anschließend eine Ausbildung im mittleren Dienst der Stadtverwaltung Offenbach zu absolvieren. Im Jahr 1983 schloss sie erfolgreich den Inspektoren-Lehrgang ab.
Familiärer Zusammenhalt bis ins hohe Alter
Auch Martha Nettenbecks Sohn Thomas benötigte über viele Jahre intensive Unterstützung. Der 1955 geborene Sohn erkrankte im Alter von 14 Jahren an schwerer Epilepsie, was das Leben der gesamten Familie nachhaltig prägte. Thomas verstarb im Jahr 2020 im Alter von 64 Jahren infolge eines Schlaganfalls.
Nach dem Tod ihres Sohnes leben Martha Nettenbeck und ihre Tochter Ursula weiterhin gemeinsam in Offenbach-Rumpenheim und unterstützen sich gegenseitig im Alltag. Ursula hatte das Berufsleben bereits 1995 aus gesundheitlichen Gründen verlassen. Martha Nettenbeck selbst ist inzwischen auf einen Rollstuhl angewiesen.
Die Auszeichnung wurde ihr anlässlich ihres 99. Geburtstags am 18. Dezember 2025 überreicht. Stadträtin Gertrud Marx, ehrenamtliches Magistratsmitglied und Dezernentin des Dezernats V, übergab die Rathausmedaille im Namen der Stadt und würdigte damit ein Lebenswerk, das von Fürsorge, Ausdauer und familiärem Zusammenhalt geprägt ist.















