Illegale Müllablagerungen rund um Altglas- und Altkleidercontainer beschäftigen den Stadtservice der Stadtwerke Offenbach inzwischen jeden Tag. Seit Jahresbeginn ist ein Mitarbeiter ausschließlich damit befasst, besonders belastete Standorte im Stadtgebiet regelmäßig abzufahren und von abgestelltem Abfall zu befreien. Die sogenannte Hotspot-Tour soll nach einem zunächst auf sechs Monate angelegten Test nun dauerhaft eingerichtet werden.
Mario Scheidt fährt im Rahmen dieser Tour täglich jene Plätze an, an denen sich nach Erfahrung des Stadtservices immer wieder größere Müllmengen ansammeln. Manche Standorte steuert er sogar zweimal am Tag an. Nach Angaben der Stadtwerke findet er dort häufig erneut abgestellten Abfall vor. Das Spektrum reicht von alten Möbeln und Autoreifen bis zu Hausmüll, Glasflaschen und Kleidersäcken.
Müll neben den Containern bleibt ein Dauerproblem
Besonders problematisch seien abgestellte Hausmüllsäcke, sagt der Mitarbeiter des Stadtservices. Sie würden oft aufgerissen, mutmaßlich von Tieren, sodass der Inhalt eingesammelt und zusammengekehrt werden müsse. Häufig würden auch volle Tüten mit Flaschen neben bereits leere Glascontainer gestellt oder Kleidersäcke neben Altkleidercontainer gelegt, ohne den Inhalt einzuwerfen. Gerade diese Säcke würden dann oft aufgerissen und durchwühlt.
Stadtkämmerer Martin Wilhelm verweist darauf, dass die meisten Menschen ihren Abfall korrekt entsorgten. Gleichzeitig gebe es mit dem Wachstum der Stadt auch mehr Einwohner, die sich nicht um Sauberkeit im Umfeld kümmerten und Müll illegal ablagerten. Deshalb sei es sinnvoll, dass der Stadtservice diese Brennpunkte nun intensiver bearbeite.
Zwischen zehn und dreißig Minuten pro Standort
Nach Angaben des Stadtservices dauert die Reinigung eines Standorts meist zwischen zehn und 30 Minuten. Besonders montags sei das Müllaufkommen hoch. Aus Sicht des Mitarbeiters hängt das oft mit dem Wochenende zusammen, wenn gefeiert oder zu Hause ausgeräumt worden sei. Dabei wiesen an den Standorten große Schilder ausdrücklich darauf hin, dass dort kein Sperrmüll abgeladen werden darf.
Während seiner Tour räumt Scheidt nicht nur die Containerplätze auf. Wenn er auf dem Weg weitere Müllhaufen am Straßenrand entdeckt, lädt er diese ebenfalls auf. Zusätzlich erhält er Hinweise aus dem Mängelmelder, sofern sie auf seiner Route liegen.
Stadtwerke wollen Tour dauerhaft einführen
Dass die Hotspot-Tour fortgesetzt werden soll, begründet der Stadtservice mit dem anhaltend hohen Bedarf. Betriebsleiter Heiko Linne verweist darauf, dass Containerstandorte für das Recycling von Altglas und Altkleidern wichtig seien. Zugleich habe die seit 2025 geltende EU-Altkleiderrichtlinie bei vielen Bürgern zu Verunsicherung geführt und die Zahl der Beistellungen erhöht. Einige Containerplätze gehörten dadurch inzwischen zu den größten Problemstellen im innerstädtischen Bereich. Mit der zusätzlichen Reinigung solle auch die Lebensqualität für Anwohner verbessert werden.
Nach Darstellung des Stadtservices kommt die häufigere Reinigung bei vielen Passanten gut an. Scheidt berichtet, dass ihn regelmäßig Menschen ansprechen, wenn er Müllberge beseitigt, und sich darüber freuen, dass die Plätze nun öfter gesäubert werden.
Legale Entsorgung weiter kostenlos möglich
Die Stadtwerke verweisen zugleich auf legale Entsorgungsmöglichkeiten. Sperrmüll kann bis zu einer wöchentlichen Menge in Kofferraumgröße kostenlos am Wertstoffhof in der Dieselstraße 37 abgegeben werden. Dort stehen auch Altkleidercontainer bereit. Der Wertstoffhof ist montags bis freitags von 8.30 bis 17 Uhr und samstags von 8.30 bis 14 Uhr geöffnet.
Alternativ können Haushalte bis zu zweimal pro Jahr kostenlos einen Sperrmülltermin online oder telefonisch vereinbaren. Nach Angaben der Stadtwerke stehen in der Regel Termine innerhalb der nächsten 14 Tage zur Verfügung.















