Um die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Japan zu stärken, haben sich am 14. August rund 150 Gäste aus Politik, Medien, Wissenschaft und Wirtschaft in Offenbach getroffen. Auf Einladung der örtlichen Industrie- und Handelskammer fand im Bernardbau der Wirtschaftsempfang unter dem Titel KAI KÔ statt. Zentrale Themen des Treffens waren die Steigerung der globalen Wettbewerbsfähigkeit sowie die Suche nach gemeinsamen technologischen Antworten auf weltweite Herausforderungen.
Bedeutung der japanischen Unternehmen für den Standort
Die Veranstaltung widmete sich in diesem Jahr insbesondere der Vernetzung von Technologien. Zur Eröffnung des Dialogs über Innovationen unterstrichen der Offenbacher Bürgermeister Andreas Bruszynski und die Präsidentin der Industrie- und Handelskammer, Kirsten Schoder-Steinmüller, die Relevanz der internationalen Vernetzung. Der Bürgermeister wies auf die lokale Verankerung der asiatischen Firmen hin und erklärte: „Japanische Unternehmen sind seit vielen Jahren ein wichtiger Teil unserer Stadt. KAI KÔ macht sichtbar, wie eng Offenbach mit Japan verbunden ist und wie wertvoll der direkte Austausch für die Weiterentwicklung unseres Wirtschaftsstandorts ist.“
Auch Schoder-Steinmüller hob die Vertrauensbasis zwischen den beiden Ländern hervor. Die Kammerpräsidentin betonte: „KAI KÔ steht für Begegnung, Austausch und die gemeinsame Gestaltung der Zukunft. Gerade in Zeiten tiefgreifender technologischer Veränderungen sind internationale Partnerschaften wichtiger denn je. Deutschland und Japan sind nicht nur durch gemeinsame wirtschaftliche Interessen verbunden, sondern auch durch Innovationskraft, Verlässlichkeit und ein hohes Maß an gegenseitigem Vertrauen.“
Experten diskutieren über Künstliche Intelligenz und Fachkräfte
Im Anschluss an die Grußworte debattierte eine Expertenrunde über die künftige Zusammenarbeit beider Nationen in den Bereichen Künstliche Intelligenz, industrielle Neuerungen, Digitalisierung sowie bei der Sicherung von Fachkräften und dem Aufbau stabiler Wertschöpfungsketten. Unter der Moderation von Anne Pomsel, der Geschäftsführerin des Deutsch-Japanischen Wirtschaftskreises, tauschten sich Shogo Akagawa vom japanischen Wirtschaftsmagazin Nikkei, Nicole Fontaine von der Toray International Europe GmbH und Tobias Melz vom Fraunhofer-Institut für Bauwerksdauerhaftigkeit und Systemzuverlässigkeit aus. Die Diskutanten stellten fest, dass beide Staaten vor vergleichbaren Aufgaben stehen. Eine intensivierte Kooperation in Zukunftsbranchen wie der Kreislaufwirtschaft, der Energieversorgung und der Robotik biete daher große Chancen.
Kulturelle Gegensätze als Basis für gemeinsame Innovationen
Die Podiumsteilnehmer kamen zudem zu dem Schluss, dass der Erfolg grenzüberschreitender Projekte nicht allein von der Technik, sondern maßgeblich von persönlichen Beziehungen und gegenseitigem Verständnis abhänge. Dabei prallen unterschiedliche Arbeitskulturen aufeinander. Während in deutschen Betrieben oft rasche Entscheidungen und eine direkte Kommunikation vorherrschen, legen japanische Unternehmen den Fokus auf Konsens und langfristige Planungen. Die Experten bewerteten gerade die Bündelung dieser gegensätzlichen Eigenschaften als solide Basis für erfolgreiche wirtschaftliche Kooperationen.
Der Empfang KAI KÔ bringt seit 2019 Entscheidungsträger zusammen, um Impulse für die deutsch-japanische Zusammenarbeit zu liefern. Im Rhein-Main-Gebiet hat sich das Format nach Angaben der Organisatoren als Treffpunkt der Geschäftswelt etabliert und ist seit dem Jahr 2022 in das Programm des Main Matsuri Festivals eingebunden.
















