Bei nächtlichen Geschwindigkeitskontrollen auf der Mühlheimer Straße in Offenbach hat die Polizei in der Nacht auf Freitag zahlreiche Verstöße festgestellt. Zwischen 21.45 Uhr und kurz vor 1 Uhr wurden 975 Fahrzeuge erfasst, 71 davon waren zu schnell unterwegs.
In 48 Fällen blieb es bei einem Verwarnungsgeld. 20 Verkehrsteilnehmende müssen mit einem Bußgeld rechnen, drei Fahrern droht nach Polizeiangaben ein Fahrverbot.
Drei Messungen deutlich im dreistelligen Bereich
Im Fokus standen auch mehrere Fahrzeuge, bei denen ein Bezug zur Tuner-, Raser- und Poserszene nicht ausgeschlossen wird. Drei Autofahrer überschritten das Tempolimit von 50 km/h deutlich und wurden mit mehr als 100 km/h gemessen. Zwei von ihnen konnten bereits identifiziert werden.
Wegen der massiven Überschreitungen prüfen die Ermittler, ob von vorsätzlichem Handeln auszugehen ist – und damit eine Verdoppelung des vorgesehenen Bußgeldes. In einem Fall besteht außerdem der Verdacht, dass der Fahrer ohne gültige Fahrerlaubnis unterwegs war.
Warum die Straße besonders im Blick ist
Die Mühlheimer Straße gilt wegen ihres geradlinigen Verlaufs und der überwiegend zweispurigen Führung je Richtung als Strecke, die zu hohem Tempo verleiten kann. Nach einem schweren Unfall Ende November 2025, bei dem drei Menschen starben, sowie weiteren schweren Unfällen wurde der Bereich verstärkt überwacht.
Bei dem Unfall Ende November starben eine 66-jährige Fahrerin, ein neunjähriges Mädchen sowie später eine 88-jährige Mitfahrerin. Mitte Dezember 2025 kam es auf der Mühlheimer Straße erneut zu einem schweren Unfall, bei dem vier Menschen verletzt und in Krankenhäuser gebracht wurden.
Polizei warnt vor langen Anhaltewegen
Polizeisprecher Thomas Leipold betont: „Bereits bei 100 km/h kann sich der Anhalteweg – je nach Reaktionszeit und Fahrbahnbedingungen – auf 100 Meter und mehr verlängern. Kommt es zu einem Unfall, dann entspricht die Aufprallenergie eines Kompaktwagens in etwa der Energie, die entstehen würde, wenn das Fahrzeug aus dem dritten Stock eines Hauses fallen würde. Selbst kleinste Fahrfehler können bei solchen Geschwindigkeiten also fatale Folgen haben. Geschwindigkeitsverstöße – besonders solche, bei denen das Tempolimit deutlich überschritten wird – sind keine Kavaliersdelikte; sie werden meist bewusst und kalkuliert begangen und gehören nach wie vor zu den Hauptursachen schwerer Verkehrsunfälle“. Weitere Kontrollen sind angekündigt.















