Der Theaterclub Elmar verliert mit Helga Feuerbach eine prägende Persönlichkeit. Die Offenbacherin, die seit über 60 Jahren fester Bestandteil des Ensembles war, ist am 5. November im Alter von 88 Jahren verstorben. Sie engagierte sich weit über das Theater hinaus – in der Offenbacher Seniorenhilfe, bei den Geflügelzüchtern im Erlenbruch und erhielt für ihr langjähriges Wirken den Landesehrenbrief des Landes Hessen.
Ein Leben für das Theater
Am 11. Juni 1937 in Offenbach geboren, fand Feuerbach 1957 ihren Weg zum Theaterclub Elmar. Der Funke sprang, wie sie später erzählte, bei der Aufführung „Die Verführerin“ über. Schon drei Monate nach ihrem Beitritt stand sie erstmals auf der Bühne – in ihrer einzigen Rolle ohne Text. Es folgten über Jahrzehnte hinweg zahlreiche Auftritte in Komödien, Tragödien, Schwänken und Märchen. Besonders bekannt war sie für ihr Talent, unterschiedliche Charaktere mit Herz und Hingabe zum Leben zu erwecken.
Ihr Spiel war so überzeugend, dass – wie der Verein erinnert – bei einer Aufführung sogar die Souffleuse zu Tränen gerührt war. Feuerbach galt außerdem als herausragende Vertreterin der hessischen Mundart mit unverkennbarem Offenbacher Klang. Ihre Lieblingsrolle war die der Ehefrau in der Komödie „Ehe in Dosen“.
Verbundenheit und Engagement bis zuletzt
Auch privat blieb Helga Feuerbach eng mit dem Theaterclub verbunden. Sie lernte dort ihren späteren Ehemann Karl-Heinz kennen – die Flitterwochen verbrachte sie, wie sie schmunzelnd berichtete, mit fünf Aufführungsabenden. 2012 stand sie mit 75 Jahren letztmals selbst auf der Bühne, in der Polit-Komödie „Einmal die Wahrheit“ im Offenbacher Ledermuseum. Danach war sie als Regieassistentin, Souffleuse und Requisiten-Gestalterin aktiv.
Ihr besonderes Gespür für Atmosphäre und Gestaltung floss in viele Produktionen ein. Noch 2022 lieh sie im Märchen „Frau Holle“ dem Baum ihre Stimme – ihr erster Auftritt war stumm, ihr letzter eine reine Sprechrolle.
Offenbacher Mundart für die Ewigkeit
Unvergessen bleiben ihre Tonaufnahmen für die Mundart-Stadtrundgänge „Offenbach – uffs Ohr gebabbelt“, die sie gemeinsam mit ihrer Schwester Wilma Reinhart einspricht. Seit 2022 können Besucherinnen und Besucher über Kopfhörer ihren Erzählungen von Offenbacher Geschichten und Anekdoten aus den 1950er-Jahren lauschen.
Bis zuletzt war Helga Feuerbach bei jeder Aufführung ihres Theaterclubs anwesend – als Zuschauerin, Unterstützerin und gute Seele. Sie verstand es, Generationen zu verbinden und jungen Mitgliedern Mut zu machen. „Ich war ein ruhiges, naives und zurückhaltendes Mädchen, als ich zu Elmar kam, hier bin ich so richtig aufgetaut. Die Elmar hat mein Leben geprägt“, sagte sie einst selbst.
Nachruf des Theaterclubs Elmar
„Sie hat unseren Theaterclub auf ganz besondere Weise, ruhig, besonnen, kraftvoll und energiegeladen, mit Humor und einer einnehmenden Herzlichkeit geprägt“, erklärte Elmar-Vorsitzender Simon Isser. „Wir werden sie vermissen und ihr Andenken in Ehren halten.“














