Der Offenbacher Druckmaschinenhersteller Manroland Sheetfed steht vor einer umfassenden Restrukturierung. Das Unternehmen teilte mit, dass mit finanzieller Unterstützung der Muttergesellschaft Langley Holdings plc ein Schutzschirmverfahren eingeleitet wurde.
Nach den vorliegenden Angaben erfolgt die Neuaufstellung im Rahmen eines Schutzschirmverfahrens. Dabei bleibt die Geschäftsführung für die Leitung des Unternehmens verantwortlich, während ein gerichtlich bestellter Sachwalter das Verfahren begleitet. Unterstützt wird die Geschäftsführung von Restrukturierungs- und Rechtsexperten der Kanzleien SGP Schneider Geiwitz und BUSE als Generalbevollmächtigte. Genannt werden dabei unter anderem Prof. Dr. Peter Fissenewert, Oliver Brückner und Arndt Geiwitz.
Rückläufige Umsätze und hohe Verluste
Als Grund für den Schritt werden rückläufige Umsätze und steigende Verluste genannt. Nach Unternehmensangaben ist der Markt für Druckmaschinen deutlich geschrumpft. Besonders betroffen sei China, das historisch rund 40 Prozent der Verkäufe neuer Druckmaschinen ausgemacht habe.
Im Jahresbericht und Jahresabschluss 2025 von Langley Holdings werden die Verluste von Manroland Sheetfed für das Jahr 2025 mit 43,2 Millionen Euro angegeben. Gleichzeitig erzielte der Konzern demnach einen Gewinn vor Steuern von 152,3 Millionen Euro.
Anthony Langley, Chairman und CEO, wird mit den Worten zitiert: „Der Vorstand ist zu dem Schluss gekommen, dass die Situation [bei Manroland Sheetfed] nicht nachhaltig ist, und prüft derzeit die möglichen Optionen.“ Ebenfalls wird er mit der Aussage zitiert, dass die installierte Basis von Manroland-Druckmaschinen langfristig weiter unterstützt werden solle.
Unternehmen rechnet mit Stellenabbau
Im Zusammenhang mit der Restrukturierung stellt das Unternehmen auch einen deutlichen Einschnitt bei den Arbeitsplätzen in Aussicht. Manroland-Sheetfed-CEO Mirko Kern wird mit den Worten zitiert: „Es ist bedauerlich, dass sehr viele Arbeitsplätze verloren gehen werden, aber ich appelliere an den Betriebsrat und die Gewerkschaften mit uns zusammenzuarbeiten, um die Maßnahmen umzusetzen, die wir und die Restrukturierungsexperten als notwendig erachten, um ein tragfähiges Geschäft zu erreichen und die verbleibenden Arbeitsplätze zu erhalten.“
Restrukturierungsexperte Arndt Geiwitz sieht nach den veröffentlichten Angaben zwar ein tragfähiges Kerngeschäft, spricht aber zugleich von „drastische[n] und weitreichende[n] Maßnahmen“ als Voraussetzung für einen Erfolg der Sanierung.
Lange Industriegeschichte in Offenbach
Manroland ist eng mit der Offenbacher Industriegeschichte verbunden. Die Stadt erinnert auf ihrer Internetseite an die Entwicklung der Marke „Roland“ und an die traditionsreiche Druckmaschinenproduktion in Offenbach. Dort wird auch die historische Entwicklung des Unternehmensnamens bis zu MAN Roland und später manroland dargestellt.















