Die Sanierung der Trauerhalle auf dem Neuen Friedhof kommt nach Angaben der Stadt Offenbach gut voran. Der Rohbau für die neuen Kühlzellen ist abgeschlossen, das Dach ist zum größten Teil erneuert. Im Gebäude laufen derzeit vor allem Arbeiten an der Haustechnik. Die Wiedereröffnung ist für das erste Quartal 2027 vorgesehen.
Kostenrahmen bei 8,8 Millionen Euro
Stadtkämmerer Martin Wilhelm rechnet damit, dass die Sanierung im vorgesehenen Budget bleibt. Der Kostenrahmen liegt bei 8,8 Millionen Euro. Nahezu alle Aufträge seien vergeben, hieß es.
Die Modernisierung soll Ende 2026 bis Anfang 2027 abgeschlossen sein. Danach folgen noch Feinarbeiten. Noch im ersten Quartal 2027 sollen in der Trauerhalle wieder Trauerfeiern möglich sein. Während der Bauzeit wird eine in fußläufiger Nähe errichtete Übergangshalle genutzt. Diese werde gut angenommen, die Zahl der Buchungen sei unverändert, sagte Friedhofsleiterin Gabriele Schreiber.
Haustechnik fast rohmontiert
Im Inneren sind große Teile der technischen Infrastruktur bereits installiert, darunter Leitungen und Lüftung. Rund 80 Prozent der Rohmontage der Haustechnik sind laut Stadt erledigt, auch in den Sanitärräumen des Krematoriums-Personals. Dort habe es einen besonders hohen Sanierungsbedarf gegeben. Derzeit werden geöffnete Wände wieder geschlossen, die Feinmontage ist für Ende des Jahres geplant – unter anderem mit Heizkörpern, Sanitärobjekten, Beleuchtung, Schaltern und Steckdosen sowie Malerarbeiten.
Aufzug, Toiletten und Wege ohne Stufen
Für die künftige Barrierefreiheit sind mehrere Maßnahmen vorgesehen. Die Rohbauarbeiten für einen neuen Aufzug im Foyer sind abgeschlossen. Außerdem entstehen behindertengerechte Toiletten im Erdgeschoss, und die Stufen zwischen Parkplatz und Trauerhalle sollen entfernt werden.
An der Fassade wurden einzelne Bereiche zurückgebaut und durch eine energetisch verbesserte Außenhülle ersetzt. An einer neuen großen Fensterfront im Erdgeschoss ist eine Folie gegen Vogelschlag angebracht. Vor den Abschiedsräumen soll satiniertes Glas für mehr Sichtschutz sorgen.
Dach erneuert, Photovoltaik vorgesehen
Auch am Dach sind die Arbeiten weit fortgeschritten. Das neue Zinkblechdach ist größtenteils montiert. Zusätzlich wurde eine Dämmung mit neu verklebter Abdichtung eingebaut, um Frost und Hitze zu mindern. Gesprungene Lichtkuppeln im Flur- und Sozialbereich wurden ersetzt.
Auf dem Dach des Flur- und Sozialbereichs ist eine Photovoltaikanlage vorgesehen. Kabelstränge und Halterungen werden während der Dacharbeiten verlegt, die Module sollen erst nach Abschluss der Bauarbeiten montiert werden. Der Strom soll vor allem für die durchgehend laufende Kühlung und die Beleuchtung genutzt werden. Die Anlage ist Teil einer seit 2024 laufenden Photovoltaik-Offensive, mit der städtische Dächer – soweit möglich – mit Solaranlagen ausgestattet werden sollen.
Künstlerfenster werden schrittweise aufgearbeitet
Im Zuge der Sanierung werden außerdem die prägenden Fenster des Künstlers Bernd Rosenheim nach und nach aufgearbeitet. Ein Familienbetrieb erneuert den Fensterkitt, behandelt Metallteile gegen Rost und ersetzt beschädigte Scheiben. Gearbeitet wird jeweils dann, wenn andere Arbeiten in dem Fassadenbereich abgeschlossen sind und das Gerüst noch steht.
Witterungsbedingt hatten sich einzelne Arbeiten zeitweise verzögert, unter anderem Anstricharbeiten an der Fassade. Die Maßnahmen seien inzwischen weitgehend nachgeholt worden, ohne dass sich der Fertigstellungstermin verschiebe, sagte Christian Loose, stellvertretender Leiter des ESO-Eigenbetriebs Kommunale Dienstleistungen.
Im Spätsommer sollen die Arbeiten an den Außenanlagen beginnen. Für eine neue Regenentwässerung rund um das Gebäude laufen Vorarbeiten bereits an; dafür kommt noch einmal ein Bagger zum Einsatz.
Die Trauerhalle wurde 1968 gebaut. Projektleiter Frank Herrgen von der Stadtwerke-Tochter OPG Offenbacher Projektentwicklungsgesellschaft mbH spricht von einem Sanierungsprojekt, bei dem trotz einzelner Herausforderungen kein Problem den Baufortschritt gestoppt habe.
















