Die Stadt Offenbach hat im Jahr 2025 so hohe Gewerbesteuereinnahmen erzielt wie noch nie zuvor. Nach Angaben der Stadt wurden insgesamt mehr als 135 Millionen Euro festgesetzt. Bereits zur Jahresmitte hatte sich die Entwicklung abgezeichnet, als die festgesetzte Summe im Juli bei rund 133 Millionen Euro lag. Die Einnahmen spiegeln die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit zahlreicher Unternehmen am Standort wider.
Einmaleffekte und Nachberechnungen prägen Ergebnis
Ein wesentlicher Teil des außergewöhnlich hohen Ergebnisses ist auf Korrekturen aus früheren Jahren zurückzuführen. Änderungen für Altjahre summierten sich 2025 auf rund 44,6 Millionen Euro und lagen damit deutlich über dem langjährigen Durchschnitt von etwa zehn Millionen Euro. Zusätzlich kam ein Einmaleffekt von rund zehn Millionen Euro hinzu. Stadtkämmerer Martin Wilhelm weist darauf hin, dass sich daraus keine dauerhaft verlässliche Größenordnung ableiten lasse und die prognostizierbare Gewerbesteuer eher bei etwa 100 Millionen Euro liege.
Grundsteuer bleibt vorerst unverändert
Die hohen Einnahmen eröffnen der Stadt dennoch Spielräume bei anderen Abgaben. So soll der Hebesatz der Grundsteuer mit 1.230 Punkten in den Jahren 2026 und 2027 unverändert bleiben. Nach Einschätzung des Stadtkämmerers schafft diese Entscheidung Planungssicherheit sowohl für Unternehmen als auch für Mieterinnen und Mieter und wirkt stabilisierend auf den Standort.
Ausgaben steigen weiter deutlich an
Trotz der Rekordeinnahmen bleibt die finanzielle Lage der Stadt angespannt. Belastend wirken insbesondere inflationsbedingt steigende Preise, höhere Zinsen sowie wachsende Ausgaben im Sozialbereich. Hinzu kommen geplante Investitionen von rund 100 Millionen Euro in den Ausbau der Ganztagsbetreuung an Grundschulen in den kommenden Jahren. Nach Angaben des Kämmerers können die zusätzlichen Einnahmen diese strukturellen Herausforderungen nur teilweise abfedern.
Forderung nach strukturellen Entlastungen
Aus Sicht der Stadt sind langfristige Lösungen notwendig, um die kommunalen Finanzen zu stabilisieren. Dazu zählen Entlastungen bei Altschulden sowie eine Reform des Kommunalen Finanzausgleichs. Hintergrund ist, dass diese Einnahmequelle ein deutlich höheres Gewicht im Haushalt hat als die Gewerbesteuer und Schwankungen dort nicht durch einzelne Rekordjahre vollständig ausgeglichen werden können.
















